Silent Hill Revelation 3D Hauptplakat

Silent Hill Revelation 3D

Plakat

Originaltitel: Silent Hill: Revelation 3D

Laufzeit: 94 Minuten

FSK: freigegeben ab 16 Jahren

Hauptdarsteller: Adelaide Clemens, Kit Harington, Sean Bean

Regie: Michael J. Bassett

Ab dem 29. November 2012 in den deutschen Kinos.

 

Die junge Heather (Adelaide Clemens) und ihr Vater Harry (Sean Bean) sind ein Leben lang auf der Flucht. Sie wechseln ihre Identitäten und ziehen von Stadt zu Stadt, ohne dass Heather jemals erfährt, wovor genau sie eigentlich flüchten. Als Heather eines Tages nach Hause kommt, ist ihr Vater plötzlich verschwunden. Zurück bleibt nur eine mit Blut geschriebene Nachricht: „Komm nach Silent Hill“ – ein Ort, den Heather nur aus ihren Albträumen kennt. Trotz aller lebenslangen Warnungen ihres Vaters macht sie sich zusammen mit Schulneuling Vincent (Kit Harington) auf dem Weg zu der unbekannten Stadt, die Heathers wahre Vergangenheit offenbart und ihre Albträume wahr werden lässt.

 

Szenenbild 1 (Foto: Concorde Film Verleih)

 

Das Grauen aus dem ersten Teil geht also in die zweite Runde. Nach einem mehr oder weniger schockierenden Anfang plätschert die Geschichte von „Silent Hill Revelation 3D“ erst mal vor sich hin, bis der richtig interessante Teil eingeläutet wird: Schauplatz Silent Hill. Doch auf groß aufgebaute Stimmungseinführung wird diesmal ganz verzichtet – geht das Drehbuch wohl davon aus, dass die Hintergrundstory bereits jedem bekannt ist. Schade, denn genau das hätte ideal in die Atmosphäre der immer brennenden Stadt eingeführt.

Das Gleiche scheint auch für die Protagonistin Heather zu gelten, die sich im Angesicht mit den erschreckenden Geschehnissen kaum die Fragen stellt, die jedem normalen Menschen aufkommen würden. Stattdessen leitet sie Regisseur Michael J. Bassett durch das tpische Horro-Labyrith, währenddessen ihre ihre Mimik stetig von neutral bis gleichgültig zu ningelnd angstverkniffen wechselt. Echte Todesangst ist da nicht zu entdecken. Und diese wenig berührende Schauspielkunst können auch keine Hollywood-Größen wie Carrie-Anne Moss oder Malcolm McDowell ausbügeln – nicht in den Nebenrollen. Gab wohl sonst keine besseren Angebote…

 

Szenenbild 2 (Foto: Concorde Film Verleih)

 

Doch auch in den kleinen, aber ebenso entscheidenden Details schlampt die Silent-Hill-Fortsetzung. Die Computeranimationen: nicht überzeugend. Die Maske: mangelhaft. Das Set-Design: unausgereift. In vielen Szenen hängen einfach zerfetze Plastiktüten an den Wänden – als ob die Ideen für eine gute Ausstattung ausgegangen wären. Überall allerlei auffälliger Nebel, die Ausleuchtung nicht gut gesetzt. Eine flackernde Glühlampe oder Tropfgeräusche allein reichen eben nicht für ein einzigartiges Schauererlebnis. Und die blutige Silent-Hill-Nachricht in Heathers Haus erinnert an Fingerfarben, die nachträglich mit künstlichen Blutstriemen versehen wurden – stümperhaft!

Die Ursache allen Übels – die hasserfüllte Alessa – sieht in der Jugendausführung aus wie ein angemalter Panda und wirkt damit alles andere als erschreckend. Am Ende des schwarzen Lippenstiftes leuchtet das rosarote Lippenfleisch hervor, das lebhaft und gut durchblutet offensichtlich alles andere als tot und erschreckend ist. Solche Fehler in der Maske rächen sich vor allem in Großaufnahmen, die die schlecht geschminkte Schauspielerin vollends entlarven. Allein die Monster sind von der Maske stellenweise ganz gut getroffen. Aber auch da lassen unnatürliche Faltenwürfe der Haut ein Kostüm vermuten.

Doch Maske allein ist nun mal nicht alles: Auch hinter dem verkleidetsten Monster steckt ein Darsteller – und der muss überzeugen. Aber: auch hier Fehlanzeige. Der berühmte Pyramid Head humpelt mehr schlecht als recht durchs Bild und auch die beliebten Krankenschwestern wirken wie schlechte Statisten, die bei Stillstand nur so hin und her wackeln. Diese schlechten Schauspielleistungen und vor allem die stellenweise sehr amateurhafte Maske kratzten an der Horror-Illusion oder zerstören diese völlig. Erst wenn eine gelungene Film-Kompostion den Horror-Fan alles um sich herum vergessen lässt und er voll und ganz vom Grauen des Filmes verschlungen wird, greifen Schock-Effekte und Grusel-Szenario richtig.

 

Szenenbild 3 (Foto: Concorde Film Verleih)

 

Leider gelingt das „Silent Hill Revelation 3D“ auch trotz der dritten Dimension nicht. Obwohl sich die 3D-Technik für Horror-Filme eigentlich sehr gut eignet, werden deren Möglichkeiten leider nicht bis zur Gänze ausgeschöpft. Hier und da mal ein paar Blutspritzer, die an einer imaginären Scheibe kleben bleiben, und ab und zu ein entgegenfliegendes Messer oder herausspringende Monster. Nichts Aufregendes, nichts Neues – und zudem wahnsinnig konstruiert. Das kommt nun mal dabei heraus, wenn Filmemacher denken, es würde völlig ausreichen, wenn man die 3D-Effekte in einigen Szenen einfach nur richtig ausquetscht – auf den richtigen Einsatz und eine gute Dosierung kommt es an! Allein der Ascheregen in „Silent Hill“ ist wahrlich betörend, wie er da in seiner totenschweren Schönheit durch den Raum rieselt – beschnitten von der gemeinen Leinwandbegrenzung.

 

Fazit:

Während der erste Silent-Hill-Teil vor allem von einer bestechend gut komponierten Atmosphäre lebt, hinkt der Nachfolger recht stümperhaft hinterher. „Silent Hill Revelation 3D“ schafft es trotz 3D-Effekte nicht, den Zuschauer in seine Geschichte hineinzuziehen, weil er mit wenig Detailliebe einfach nicht die richtige Horror-Atmosphäre aufbaut. Aber: Mühe hat er sich ja gegeben – ein wenig. Nette 2/10 Punkten.

 

 

Über den Author:

Sophiawenn sich die gebürtige und nach wie vor Heimatstadt verliebte Leipzigerin nicht gerade als freie Journalistin, Lektorin und Sprecherin durch den Medien-Dschungel schlägt, ist ihre Stimme vor allem in Kulturradios zu hören – dabei kann sie allerdings nie die Finger von Filmen lassen.Zeige alle Artikel von Sophia →

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