Chernobyl Diaries Hauptplakat

Chernobyl Diaries

Chernobyl-Diaries - Hauptplakat

Originaltitel: Chernobyl Diaries

Laufzeit: 86 Minuten

FSK: 16 Jahre

Hauptdarsteller: Jesse McCartney, Jonathan Sadowski, Olivia Dudley

Regie: Bradley Parker

Ab dem 21. Juni 2012 in den Kinos.

 

Chris, Natalie und Amanda machen eine Tour durch Europa. In der Ukraine treffen sie auf Chris’ Bruder. Paul wohnt schon länger in dem Land. Er schlägt vor, dem Trip der Drei einen besonderen Kick zu verleihen. Dafür soll ein Trip nach Tschernobyl, genauer zu dem Ort Prypjat, dienen. Als Führer heuern sie den auf diese Art Reisen spezialisierten Uri an. Der bringt auch noch zwei weitere Gäste mit. Zusammen machen sie sich auf den Weg in das seit 1986 gesperrte Gebiet. An einem Kontrollposten werden sie aufgehalten. Das Gebiet sei heute wegen nötiger Arbeiten gesperrt. Zum Glück kennt sich Uri aus. Über einen Waldweg kommen sie doch noch in die Stadt.

Szenenbild 1

Prypjat wurde 1970 als Wohnort für die Arbeiter des AKWs Tschernobyl gebaut. Zum Zeitpunkt der Katastrophe hatte sie ganze 49.360 Einwohner. Wovon über 30% Kinder waren. Nach dem Unfall wurde die Stadt am 27. April 1986 völlig überstürzt evakuiert. Den Bewohnern wurde über Radio mitgeteilt, dass sie sich auf eine dreitägige Abwesenheit einrichten sollten. Entsprechend wenig packten sie ein. Die meisten kehrten nie zurück. Ihre Wohnungen sind bis heute erhalten. Plünderungen und Vandalismus haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Verbliebene oder zurückgekehrte Bewohner, Illegale und eine Miliz leben heute in dem Gebiet. Seit Juli 2011 ist das Gebiet von Prypjat und um den Reaktor offiziell für den Tourismus freigegeben.

„Chernobyl Diaries“ spielt vor der offiziellen Freigabe von Tschernobyl als Touristenattraktion. Die Gruppe erlebt eine verlassene Stadt. Die Natur hat sich das Riesenrad, das zum 1. Mai eröffnet werden sollte, zurückerobert. In den Wohnungen haben sich Tiere eingerichtet. Mit Einbruch der Dunkelheit drängt Uri darauf, die Zone zu verlassen. Doch der Wagen springt nicht an. Die Zündkabel wurden durchgefressen. Bald stellt die Gruppe fest, dass nicht nur Tiere an Kabeln knabbern.

Szenenbild 2

Regisseur Bradley Parker gibt mit „Chernobyl Diaries“ sein Spielfilmdebüt. Er ist aus Filmen wie „Fight Club“ und „xXx – Triple X“ als Verantwortlicher für Effekte bekannt. Unterstützt wird er von Oren Peli, der mit „Paranormal Activity“ seinen Durchbruch feierte. In der beschriebenen ersten halben Stunde kann Parker eine dichte Atmosphäre aufbauen. Das gelingt ihm durch eine gute Ton- und Bildtechnik. Zu Teilen verfolgt der Zuschauer das Geschehen durch Chris’ Kamera. Dabei wird auf das für „Found Footage“ typische verwackelte Bild verzichtet. Erst später im Film, wenn die Charaktere panisch herumrennen, wackelt das Bild. Aber da ist es die normale Filmkamera. Chris’ Kamera hat bis dahin das Zeitliche gesegnet. Den schlechten zweiten Teil des Films kann man aber nicht auf die Kamera schieben. Nachdem die Suche nach Ersatzkabeln begonnen hat, verschwinden die ersten Probanden. Bis zum Ende kommen weitere dazu. Den Zuschauer interessiert das weniger. Viel mehr trauert man der schönen Atmosphäre des ersten Teils nach. Mutanten sind infolge der herrschenden Radioaktivität eine logische Schlussfolgerung. Doch das für Horrorfilme ausgesprochen unverbrauchte Setting wird in keiner Weise genutzt. Die Geschichte von Prypjat liefert Drehbuchautoren und Regie kreative Möglichkeiten auf dem Silbertablett. Statt dies anzunehmen, wird es in eine Schlachtplatte von der Stange verwandelt.

Szenenbild 3

Das Ende ist schließlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen und lässt selbst gestandene Genrefans fragend zurück. Es passt einfach nicht zu der Story. Auch werden Fragen, die zehn Minuten vor Schluss aufgeworfen werden, nicht ansatzweise beantwortet. Woher kommt plötzlich das Einsatzkommando? Was hat es mit den Experimenten auf sich? Muss man für die Antworten etwa auf Teil 2 – der sicher kommen wird – warten? Da die meisten der Besetzung den Filmtot sterben, kann dieser dann auch neu besetzt werden. Die aktuelle spielt gut. Keiner sticht jedoch aus dem Durchschnitt heraus.

 

Fazit:

Bradley Parker hatte mit „Chernobyl Diaries“ die Möglichkeit, einen sehr guten, kreativen Horrorfilm zu drehen. Die Möglichkeit nutzt er nur zu Beginn. Danach verfällt er in die üblichen Muster aus dem Lehrbuch. Eine Verschwendung. Denn eine, nach einem Atomunglück verlassene Stadt bekommt man nicht alle Tage.

5/10 Punkte

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Chernobyl Diaries, 6.8 out of 10 based on 4 ratings

Über den Author:

JensLiebt Filme und sammelt Trailer. Wenn er keine Filme schaut, schreibt er Kritiken oder treibt den technischen Fortschritt voran.Zeige alle Artikel von Jens →

  1. MaikMaik22.07.2012

    Dein Fazit fasst schon sehr gut alles gedachte zusammen… Was für eine Verschwendung.
    Der Film ließ am Anfang schon etwas spannung durchblicken, aber flachte gegen Ende enorm ab. Wirklich schade. Von mir gibts nur 3/10 Punkten.