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First Position – Ballett ist ihr Leben

Plakat

Originaltitel: First Position

Laufzeit: 94 Minuten

FSK: ohne Altersbeschränkung

Darsteller: Aran Bell, Gaya Bommer Yemini, Michaela DePrince, Miko Fogarty

Regie:  Bess Kargman

Ab dem 4. Juli in den deutschen Kinos.

 

 

Ballett ist ihr Leben – 5000 Tänzer aus der ganzen Welt. Fünf Minuten Bühnenpräsenz. 300 Sekunden, die das ganze Leben für immer verändern können. Beim „Youth American Grand Prix“, einem der größten und renommiertesten Ballett-Wettbewerbe der Welt, geht es für junge Tänzerinnen und Tänzer um alles, denn dort kämpfen sie um eine Handvoll der besten Stipendien und Verträge der Welt. Die Dokumentation „First Position“ begleitet sechs junge Ausnahme-Talente von der Vorbereitung bis hin zum entscheidenden Moment in New York und zeigt dabei, dass sie alle nur eins wollen: Tanzen.

Szenenbild 1

Auf den ersten Blick mag „First Position“ schnell in zwei Schubladen gesteckt werden:„Wieder eine Dokumentation“ oder „Mädchen-Tanzfilm“. Aber davor sollte man bei diesem Film (auch als Teil der männlichen Fraktion) Halt machen, denn es ist wirklich ein erstaunlich mitreißender Film, den Regisseurin Bess Kargmann da gedreht hat. Sehr bezeichnend ist bereits der Anfang, denn dort finden wir uns im Kinderzimmer von Aran Bell wieder, einem elfjährigen amerikanischen Jungen, der mit seiner Familie in Italien lebt, da sein Vater, der Militärarzt bei der US-Army ist, dorthin versetzt wurde. Zwischen all seinen Luftgewehren und Spielfiguren zeigt er uns seinen Fuß-Stretcher, mit dem er mehrmals täglich, sehr schmerzhaft seine Zehen strecken muss. Weiter wird erzählt, dass Arans Vater eines Tages so weit ins Nirgendwo versetzt werden sollte, dass es nicht mehr möglich gewesen wäre, Aran Ballettunterricht zu organisieren. Der Vater ging daraufhin freiwillig in den Irak-Einsatz, damit der Sohn weiter Tanzunterricht erhalten konnte.

Szenenbild 2

Eine andere Geschichte ist die von Michaela DePrince, einer Kriegswaise aus Sierra Leone, die im Alter von vier Jahren von einer amerikanischen Familie adoptiert wurde. Sie leidet an einer starken Pigmentstörung und schafft es trotzdem bis nach ganz oben. Es sind solche Hintergrundinfos, die die Dokumentation umso emotionaler machen. Dabei wird aber trotzdem kein Werturteil gefällt. Nicht wenn Arans Balletttrainer ziemlich grob wird und auch nicht, wenn ganz klar wird, dass die japanische Mutter von den Geschwistern Jules und Miko offensichtlich ihre Träume durch ihre Kinder leben will. Auch die Musik wurde gut ausgewählt, besonders das Main Theme, dass immer wieder aufgegriffen wird. Erstaunlicherweise schafft es die Doku auch schnell dem Zuschauer ein Gefühl dafür zu vermitteln, ob die gezeigte Choreographie gut oder eher mies ist und beinhaltet dabei gar nicht so viele reine Tanzszenen, wie man vielleicht auf den ersten Blick denkt.

Szenenbild 3

Meiner Meinung nach gibt es nur wenige wirklich gute und mitreißende Dokumentationen. Dies ist eine wirklich gelungene, die ich wirklich jedem empfehlen würde. Die 94 Minuten vergehen wie im Flug und man sollte auf jeden Fall den Abspann bis zum Ende ansehen!

Fazit:
Eine wirklich gelungene und spannende Dokumentation mit toller Musik und ganz bestimmt nicht nur für weibliche Kinobesucher.  8/10 Punkte.

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