GhostInTheShellTheNewMovie Cover

Ghost in the Shell: The New Movie

Plakat

Originaltitel: Kōkaku Kidōtai: Shin Gekijōban

Laufzeit: 101  Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Besetzung: Christin Marquitan, Joachim Tennstedt, Thomas Schmuckert, Tilo Schmitz

Regie: Kazuchika Kise, Susumu Kudo

Im Verleih von Universum Anime.

Seit dem 29. September auf Silberscheibe und Blauling.

Wieder einmal sind wir in Newport City, und wieder einmal trifft Team Kusanagi auf den Broker des „Firestarter“-Virus. Von dem wir mittlerweile wissen, dass er sich „Firestarter“ nennt. Eine elegante Art, eine Marke aufzubauen, immerhin. Auch wenn das nur bedingt davon ablenkt, dass dieser Neunzigminüter streckenweise schon arg wie eine sehr aufgeblähte Einzelfolge von „Ghost in the Shell: Arise“ anmutet.

Szenenbild 1

Hauptsächlich verdanken wir das der ab und an ermüdenden Menge an Dialogen. Wirklich ermüdend. Also, ruhige Inszenierung hin oder her, aber hier übertreibt man es deutlich. Ein Vorgespräch, um festzustellen, dass ein Einsatz notwendig ist. Ein Briefing vor dem Einsatz. Eine Lagebesprechung vor Ort. Noch ein paar Dialoge mehr, bevor man sich so langsam auf in den Kampf begibt. Und hey, wir haben ja eine Cyberlounge, also können wir auch WÄHREND DES KAMPFES noch eine kleine Besprechung machen. Also wirklich! Das ist keine Dramaturgie, das ist eine Hinhaltetaktik!

Ja klar, in nicht wenigen der wirklich, wirklich, wirklich vielen Gespräche werden sehr interessante Themen gestreift und wirklich faszinierende Konzepte aufgegriffen. Neben dem Glauben an die „Drittwelt“, einer Art Jenseits für Cyberbrain-Träger in Form einer riesigen Datensphäre, ist das vor allem die Idee, dass Vollcyborg-Körper mit nur wenigen Ausnahmen nicht unbegrenzt kompatibel mit der immer neuen Technologie sind. Was zu nicht wenigen Selbstmorden führt, denn auf Dauer hält es wohl niemand in einem verrottenden Körper aus. Ist ja auch eine wirklich fiese Vorstellung! Ohne Zweifel, da hat jemand sehr hübsch die aktuelle technologische Entwicklung weitergedacht. Und spätestens, wenn wir erfahren, dass einige der Konzerne in “Ghost in the Shell” diese Selbstmorde aus Gründen der Kostenmaximierung sogar billigend in Kauf nehmen, haben wir einen ein adäquat-bissigen Kommentar zum alten Schreckgespenst der geplanten Obsoleszenz vor uns. Chapeau!

Szenenbild 2

Fairness halber sei übrigens auch erwähnt, dass nicht immer nur geredet wird. Und ziemlich genau in der Mitte des Films gibt es auch eine richtig, richtig schmucke Kampfszene, cooles Hacking inklusive. Und, als besonders schöne Überraschung, stellt sich während dieses Kampfes heraus, dass irgendjemand die Logicomas (Wir erinnern uns: Die tollsten künstlich intelligenten Panzer der Welt!), ganz eindeutig zuviel “Attack on Titan” hat schauen lassen. Oh man, was die sich da abgeschaut hatten, das entlohnt dann doch für all das Gelaber!

Also kurz zumindest. Denn irgendein Ende muss auch „The New Movie“ haben. Und das beinhaltet natürlich die obligatorische, aber leider auch ziemlich generische Verschwörung bis in höchste Reihen. Und eine Wendung über den geheimen Drahtzieher hinter allem, die einen dann doch arg kalt lässt. Womit sich auch das große Kinoabenteuer dann wieder vollkommen wie eine der regulären Folgen der „Arise“-Miniserie anfühlt. Und zwar leider nur wie eine von denen, die man so mitgenommen hat, weil man wusste, dass jede zweite „Arise“-Folge cool war. Nur dass nach „The New Movie“ keine von den coolen Folgen mehr kommt. Menno.

Szenenbild 3
Fazit:
Mit einigen Kürzungen hätte „Ghost in the Shell: The New Movie“ eine von den okayen „Arise“-Folgen werden können. So hingegen bleibt eigentlich nur eine wirklich tolle Logicoma-Szene hängen. Und ein, zwei faszinierende Gedankenspiele. Was dann gerade so für 5/10 Punkte reicht. Aber eben nicht für mehr.
VN:F [1.9.22_1171]
Deine Filmbewertung:
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Manifesto“, „A Silent Voice“ und „Die Erfindung der Wahrheit“ – außerdem immer wieder gern über „Project Itoh – Harmony“ und „La Grande Bellezza“. Ist vorfreudetechnisch mit 2017 durch, freut sich dafür aber umso inniger, zu Beginn des neuen Jahrs "Your Name" auf Leinwand sehen zu dürfen.Zeige alle Artikel von Martin →