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Les Misérables

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Originaltitel: Les Misérables

Laufzeit: 158 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Hugh Jackman, Anne Hathaway, Russel Crowe, Amanda Seyfried, Eddie Redmayne, Helena Bonham Carter, Sacha Baron Cohen

Regie: Tom Hooper

Ab dem 21. Februar in den Lichtspielhäusern.

 

„Les Misérables“ dreht sich um die Geschichte des Jean Valjean (Hugh Jackman). Dieser wird nach 19 Jahren aus der Haft entlassen, nachdem er für seine Familie Brot gestohlen hatte. Nach seiner Entlassung bricht Valjean mit den unmenschlichen Bewährungsauflagen und baut sich eine neue Existenz auf, woraufhin er von dem Polizeiinspektor Javert (Russel Crowe) verfolgt wird. Valjean nimmt auf der Flucht Cosette (Amanda Seyfried) zu sich, die Tochter von Fantine (Anne Hathaway), eine ehemalige Fabrikarbeiterin, die aufgrund unterlassener Hilfeleistung von Valjean ihre Lebensgrundlage verloren hat. Als sich Cosette einige Jahre später in den Studenten Marius (Eddie Redmayne) verliebt, treffen Valjean und Javert während des Juniaufstands 1832 wieder aufeinander.

Szenenbild 1

Zunächst darf gesagt sein: Tom Hooper hat ein Auge für große, beeindruckende Aufnahmen! Besonders hervorstechend waren die beiden Solonummern von Russel Crowe („Stars“ und „Javert’s Suicide“), in denen Crowe über den Dächern von Paris singt und ihm die Welt zu Füßen zu liegen scheint. Aber auch die restlichen Szenen waren mit so viel Liebe zum Detail gestaltet: von den Kostümen über die Kulissen bis hin zu den Requisiten hat alles einen rundum stimmigen Eindruck gemacht.

Die erste Stunde des Films war nahezu perfekt, sowohl in Hinsicht auf das Schauspiel als auch auf die Stimmung. Der anschließende Fokus auf die Liebesgeschichte zwischen Cosette und Marius ist für meinen Geschmack etwas zu lang geraten. Schöner wäre es an dieser Stelle gewesen, sich mehr auf die Probleme von Fantine, Valjean oder Javert zu konzentrieren, die sich  dann doch mit weitaus schwerwiegenderen Dingen auseinander setzen müssen als Liebe auf den ersten Blick.

Kommen wir zu einem wichtigsten Bestandteile eines Musicals: Dem Gesang! Hooper hatte sich dazu entschieden, den Gesang live beim Dreh aufzunehmen und nicht wie üblich nachträglich nochmals überarbeitet einzufügen. Dies war definitiv eine sehr weise Idee! Wenn auch die Schauspieler allesamt keine Profisänger waren, so wurde dies durch die Intensität des Schauspiels wiedergutgemacht. Die Verbindung von Gesang und Schauspiel hat einer jeden Szene mehr Ausdruck verliehen und hat die Emotionen hervorragend übertragen können.

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Besonders erwähnenswert ist beim Schauspiel die Darstellung der Fantine durch Anne Hathaway. Vor allem in ihrer Darbietung von „I dreamed a dream“, bei der lediglich eine Nahaufnahme ihres Gesichts gezeigt wird, leistet sie eine solch überzeugende Schauspielarbeit, das man ihr Leid förmlich spüren kann.

Auch Hugh Jackman als Jean Valjean konnte überzeugen. Sein Gesang ist solide (man merkt, dass Jackman seine Karriere mit Musicals begonnen hat) und zusammen mit seinem Schauspiel führt dies zu der einen oder anderen Gänsehaut, vor allem bei „Who am I“ und dem Epilog zusammen mit Anne Hathaway.

Die große Überraschung des Films stellte für mich aber Russel Crowe dar. Ja, Crowe ist sicher einer der schlechteren Sänger des Film, was aber nicht stört. Das Gesamtpaket aus Gesang und Schauspiel ist es, dass hier überzeugt! Durch seine tiefe Stimme unterstreicht er den Charakter des knallharten Inspektors Javert, aber vor allem in seiner letzten Nummer („Javert’s Suicide“) legt Crowe auch eine klar erkennbare Traurigkeit in seinen Gesang.

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Der Charakter des Javert ist zudem ein Beispiel für die gute Figurenzeichnung des Films. Die Charaktere sind eben nicht nur Stereotypen, wie in Javerts Fall der Bösewicht, sondern es werden auch deren Hintergründe sehr schön aufgezeigt.

Was den Rest des Casts betrifft: Niemand ist fehlbesetzt und es sticht auch niemand negativ hervor, aber für mich eben auch nicht positiv. Ein kleines Highlight waren noch Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen, die in ihrer Darstellung des Ehepaars Thénardier ein wenig an deren vorherige Zusammenarbeit in „Sweeney Todd“ erinnerten.

Zum Abschluss noch einer kleiner Hinweis zur deutschen Fassung des Films. Die Lieder sind allesamt (zum Glück) auf Englisch und untertitelt. Etwas störend fand ich lediglich die auf Deutsch gesprochenen Passagen, die manchmal auch mitten in einem Lied waren. Der Übergang zwischen Gesang und Gesprochenem war an diesen Stellen ruppig und störend.

Szenenbild 4

Fazit:
„Les Misérables“ ist ein emotionales und bildgewaltiges Musical, das für mich auf jeden Fall zu den Oscarfavoriten 2013 gehört. 8/10 Punkten.

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