Das deutsche Kinoposter zu 'Suite Francaise'. (Copyright: Universum Film, 2015)

Suit Francaise

Plakat

Originaltitel: Suite Francaise

Laufzeit:  107 Minuten

FSK: 12

Besetzung: Michelle Williams, Kristin Scott Thomas, Matthias Schoenaerts

Regie: Saul Dibb

Verleih Deutschland: Universum Film

Ab dem 14. Januar 2016 im Kino.

 

Nachdem Hitler den Osten Europas Überfallen hatte, wendete er sich nach Westen und fiel auch in Frankreich ein. Schnell waren die großen Städte umkämpft. Die Bewohner fliehen auf das noch ruhige Land. Dort lebende Grundbesitzer und Bauern sind darüber wenig erfreut. Es dauert nicht lang, bis die Deutschen nachfolgen und die einzelnen Ortschaften einnehmen. Sie verteilen ihre Soldaten und Offiziere auf die Häuser, egal ob die Bewohner wollen oder nicht. Lucile Angellier und ihre Stiefmutter bekommen Bruno von Falk zu Gast. Lucile verliebt sich in den Offizier. Natürlich bleibt das in einem Dorf kein Geheimnis. Als ein anderer Offizier ermordet wird, wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.

Szenenbild 1

Saul Dibb nimmt sich den noch jungen Bestseller „Suite Francaise“ von Irène Némirovsky als Vorlage. Eigentlich sollte „Suite Francais“ eine fünfteilige Romanreihe werden. Die Autorin kam 1903 in der Ukraine zur Welt. Über Umwege kam sie nach Paris, welches sie nach der Kapitulation Frankreichs verlassen musste. In dieser Zeit schrieb sie unter einem Pseudonym „Suit Francais“. 1942 wurde sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und starb dort in einem Krankenhaus. Ihr Mann versuchte sie mit einen Brief an Philippe Pétain zu retten. Er wurde festgenommen und in der Gaskammer in Auschwitz ermordet. Ihre beiden Töchter Denise und Élisabeth flohen mit den Manuskripten, hielten sie aber für unvollendete Notizen. Erst nach Élisabeths Tod 1996 wurde ein Teil der Texte als fertige Romane „Sturm im Juni“ und „Dolce“ erkannt. Die letzten Teile sollten „Gefangenschaft“, „Schlachten“ und „Der Frieden“ heißen. Diese liegen aber nur in Form von Skizzen vor.

Saul Dibb nimmt „Dolce“, den zweiten Teil der Reihe, als Vorlage für seinen Film. Dem Zuschauer ist es nicht zum Nachteil, da der Roman kaum mit dem Ersten verbunden ist. Der Film zeigt, wie negativ Teile der Landbevölkerung den Flüchtlingen aus der Stadt gegenüberstehen. Nachdem die Deutschen Bussy besetzt haben, wird beschrieben, wie ein Teil der Bevölkerung Gunst der Stunde nutzt und unliebsame Nachbarn diskreditiert, andere sich gegenseitig helfen und wieder andere versuchen Profit aus der Situation zu schlagen. Eine Liebe zwischen einer Französin und einem Deutschen war in Frankreich nicht gern gesehen. Während der Besatzung wurden die Frauen nur ausgegrenzt. Nach dem Ende des Krieges wurden viele misshandelt und öffentlich vorgeführt. Es ist schwer zu urteilen, ob Saul Dibb sich hier zurückgenommen hat, oder mit den eher milden Konsequenzen die Realität während der Besatzung trifft.

Szenenbild 2

Die Story ist in der ersten Hälfte nicht besonders interessant. Es werden systematisch fast alle Stationen einer Verbotenen Liebe abgehakt. Zu keinem Zeitpunkt entsteht ein Knistern, was zu einer ordentlichen Romanze gehört. Am Ende, als es doch noch spannend wird, endet der Film unvermittelt. Zurück bleibt ein ratloser Zuschauer. Für eine Romanze hat der Film zu wenig Romantik und für ein Kriegsdrama zu wenig Drama.

Der Cast ist gut gewählt. Michelle Williams („My Week with Marilyn“, 2011) und Matthias Schoenaerts („The Drop“, 2014) spielen ihre Beziehung hübsch aus und Sam Riley („Das finstere Tal“, 2014) bildet die Hassperson. Untermalt wird der Film von Klaviermusik, die praktischerweise direkt mit der Geschichte verwoben ist.

Fazit:

Die Geschichte von Irène Némirovskys „Suite Francaise“ ist tragisch. Durch die Umstände ist der Film nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Cast ist ausgezeichnet, kann an dem leeren Gefühl zum Abspann aber auch nichts ändern.

Film: 6/10

Links: http://www.imdb.com/title/tt0900387/

 

 

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Über den Author:

JensLiebt Filme und sammelt Trailer. Wenn er keine Filme schaut, schreibt er Kritiken oder treibt den technischen Fortschritt voran.Zeige alle Artikel von Jens →

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