Dark Knight Rises Hauptplakat

The Dark Knight Rises

The Dark Knight Rises - Hauptplakat

Originaltitel: The Dark Knight Rises

Laufzeit: 164 Minuten

FSK: 12 Jahre

Hauptdarsteller:  Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Anne Hathaway

Regie: Christopher Nolan

Ab dem 26. Juli 2012 in den Kinos.

 

Christopher Nolan gehört zu den meistgelobten Regisseuren der Filmbranche. Er brachte Filme wie “Prestige: Die Meister der Magie”, “Memento” und “Inception”. Er zeigt immer wieder, dass man auch in Kassenschlagern eine vielschichtige Story erzählen kann. Mit “Batman Begins” legte er 2005 die zuletzt schwächer werdende Batman-Reihe neu auf. Er verlieh dem Trash einen düsteren, modernen und ernsthafteren Anstrich. Nun läuft mit “The Dark Knight Rises” der letzte Teil seiner Trilogie an.

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Nach dem Tod von Harvey Dent alias Two-Face ist Batman zum Gejagten geworden. Er wird an dessen Tod und dem von sechs Polizisten verantwortlich gemacht. Bruce Wayne schickt sein Alter Ego in Rente und fristet sein Dasein in seiner Villa. Als Bane auftaucht und Gotham droht, Opfer einer Fusionsbombe zu werden, muss der Held ein letztes Mal für die Menschen einstehen, die ihn seit acht Jahren jagen.

Riesig war der Hype nach dem Kinostart von “The Dark Knight”. Heath Ledger spielte einen unvergesslichen Joker und wurde durch seinen Tod, der von der Presse in Verbindung mit seiner Rolle gebracht wurde, zu einer Legende. Nicht unverdient, wie die Academy ein Jahr später bestätigte. Auch der Film selbst gehört zu dem Besten, was jemals über die Leinwand der Lichtspielhäuser flimmerte. Heute findet man ihn in jedem ordentlichen Best-of. Entsprechend war der Druck für den dritten Teil. Es ist falsch, ich möchte es hier auch nicht tun, “The Dark Knight Rises” mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Nur zur Einordnung so viel: Übertroffen hat er ihn nicht.

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Mit 164 Minuten ist “The Dark Knight Rises” der längste Teil der Reihe. Das ist, je nach Sichtweise, zu wenig oder zu viel. Christopher Nolan führt in der ersten Stunde sehr viele neue Charaktere ein. Schnell droht man den Überblick zu verlieren. Bei der Masse fällt es dem Zuschauer auch schwer, deren Intentionen nachzuvollziehen. So wird Anne Hathaway alias Selina eingeführt, aber nicht vertieft. Über die gesamte Laufzeit pendelt sie zwischen hübsch anzusehendem Sidekick und bedeutungsvoller Figur hin und her. Selina ist auch Catwoman. Sie wird während des gesamten Films und im Abspann nie als diese vorgestellt. Nur an ihrem Kostüm, das vom Material Batmans sehr ähnlich ist, können sie Fans erkennen. Wo sie den Anzug herhat und warum sie tut, was sie tut? Gut Frage. Eine tiefere Charakterentwicklung, erkauft durch mehr Laufzeit oder Schnitt anderer Szenen (Stichwort Brunnengefängnis), hätte ihr und vielen anderen Figuren wohlgetan.

Auch Dr. Pavel, ein Atomphysiker, wirkt deplatziert. Zu Beginn überfällt Bane in der Luft ein Flugzeug mit einem Flugzeug. Klingt spektakulär. Ist es aber nicht. In der Szene hört der Zuschauer erstmals Banes Stimme. Dadurch kippt die Eröffnung unfreiwillig ins Lächerliche. Aber dazu später mehr. Dr Pavel ist für die Geschichte eine tragende Figur. Er ist der Einzige, der die Bombe beherrschen kann. Bekommt aber nur wenige Minuten Screentime. Das rächt sich in der Szene, als er von Bane in ein voll besetztes Stadion gezerrt wird. Die Szene hat einen großen Einfluss auf die Story. Aber durch das fehlende Gewicht des Charakters Dr. Pavel interessiert es niemanden. Nebenbei zerstört sie noch das Intro, da Bane wenige Minuten später plötzlich genug Wissen besitzt, die Fusionsbombe zu beherrschen. Woher er das hat, bleibt Nolans Geheimnis. Dr. Pavel ist schlussendlich nur Werkzeug für eine Eröffnungsszene.

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Die Probleme mit der Charakterentwicklung kann man weiter fortsetzen. Miranda, gespielt von Marion Cotillard, spielt im Finalen Twist eine tragende Rolle. Nolan führt sie lediglich als neue Chefin von Wayne Enterprises ein, lässt sie ein paar Sätze sprechen und mit Bruce Wayne herum machen. Durch die fehlende Entwicklung erschließt sich der Twist ausschließlich den Lesern der Comics. Es ist löblich, dass Christopher Nolan den Fans ein paar Insider liefert. Aber man sollte so etwas nicht tun, wenn dem normalen Zuschauer so die Sinnhaftigkeit einer Wendung abhanden geht.

In der Szene besagtem Twists zeigt sich auch, dass Bane nur irgendein Gegner ist. Nolan schafft es nicht, was auch der Stimme geschuldet ist, ihn zur ultimativen Bedrohung für Gotham und Batman aufzubauen. So ist das Ende der Szene, trotz seiner Wichtigkeit, unemotional und bedeutungslos. Das liegt nicht an Tom Hardy. Er tut alles, was ein Schauspieler tun kann, der eine Maske im Gesicht hat. Die deutsche Synchronisation reißt Bane immer wieder ins Lächerliche. Sie klingt wie die eines Dreizehnjährigen in der Pubertät. Die englische ist besser, aber nicht mit der aus den Trailern bekannten, bedrohlichen Tonlage.

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Die Story wird zu Beginn langsam aufgebaut, um sich zum Ende hin immer mehr zu verlieren. Nolan spricht in seinen Filmen gern aktuelles Weltgeschehen an. In “The Dark Knight Rises” wirft er Terrorismus, Finanzkrise und Occupy in einen Topf, um sich daran zu überheben. Die letzte Szene des Films ist ein Service für seinen Nachfolger. Der Ärmste wird schon genug zu tun haben, da jeder kommende Regisseur (unfairerweise) mit Nolans Batman-Reihe verglichen werden wird. Wieder sind Kenner der Comics im Vorteil und können theoretisch die Story der nächsten Teile orakeln. Hier ist der Fanservice kein Problem, hat er ja keinen Einfluss auf die Story. Allerdings wirkt sie lieblos und überhastet hingeklatscht. Wie das Finale selbst. Batmans letzte Aktion führt zu keinem Gefühl. Es passiert einfach. Er spielt auch nicht mehr direkt die Hauptrolle. Die fällt Joseph Gordon-Levitt zu alias Blake zu. Batman wird um sein verdientes Finale betrogen.

Der Soundtrack wird von Hans Zimmer beigesteuert. Zu seiner Qualität braucht man nicht viel zu sagen. Sie ist wie immer den Kauf der CD wert.

 

Fazit:

Es fällt manchmal schwer, eine Kritik ohne Spoiler zu schreiben. Man versucht so wenig wie möglich zu verraten, möchte aber den Film darstellen, wie er ist. “The Dark Knight Rises” ist kein schlechter Film. Er hat eine spannende Story, die durch schlechte Entwicklung und Überfrachtung der Charaktere auf oberen Durchschnitt gedrückt wird. Fanservices sind super, wenn sie nicht den normalen Zuschauer benachteiligen. Insgesamt ist es ein Abschluss, den diese großartige Trilogie nicht verdient hat. Comicfans dürfen einen Punkt addieren.

7/10 Punkte

 

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The Dark Knight Rises, 8.5 out of 10 based on 2 ratings

Über den Author:

JensLiebt Filme und sammelt Trailer. Wenn er keine Filme schaut, schreibt er Kritiken oder treibt den technischen Fortschritt voran.Zeige alle Artikel von Jens →

  1. MartinMartin31.07.2012

    Schöne Rezi, sehe es im Grunde genauso. Und auch bei mir ist er bei nur so um die 7/10 Punkte gelandet. Schade eigentlich.

    Aber ich persöblich fand ja, dass Anne Hathaway in jeder ihrer Szenen ihren Mitdarstellerin ein kleines bisschen die Show stahl. Schade nur, dass sie viel zu wenig Leinwandpräsenz bekam, die Szenen mit ihr fand ich mit Abstand am Unterhaltsamsten.

    Hm. Plötzlich hätte ich wieder Lust auf einen neuen “Catwoman”-Film…

  2. Murtaza AliMurtaza Ali07.08.2012

    Very well written indeed… you have really succeeded in eloquently expressing your thoughts on the movie. Also, I do happen to agree with your analysis for the most part (thanks to google translator).

    I have also written a review for The Dark Knight Rises on my movie blog that can be read at:

    http://www.apotpourriofvestiges.com/2012/07/the-dark-knight-rises-2012-exercise-in.html