Das deutsche Plakat zu Tully' (2018) (Copyright: DCM Film Distribution GmbH, 2018)

Tully

Hauptplakat

Originaltitel: Tully

Laufzeit: 95 Minuten

FSK: 12 Jahre

Hauptdarsteller: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

Regie: Jason Reitman

Ab dem 31. Mai 2018 in den Kinos.

 

Marlo und Drew leben mit ihren beiden Kindern Elyse und Jonah in der beschaulichen Vorstadt. Natürlich ist nur nach Außen hin alles super. Elyse beginnt einen eigenen Kopf zu entwickeln und Jonah hat mit seiner Behinderung zu kämpfen. Marlo erwartet das dritte Kind und ist völlig überfordert. Als es da ist, bricht alles über ihr zusammen. Sie ruft eine Nachtnanny, die ihr von Freunden empfohlen wurde.

“Tully” beginnt nicht nur für die Familie, sondern auch für den Zuschauer nervenaufreibend. Regisseur Jason Reitman gelingt es bemerkenswert den Stress von der Leinwand zu übertragen. Als auch der Zuschauer mit seinen Nerven am Ende ist, und manch einer vielleicht überlegt zu flüchten, taucht Tully auf. Sie ist die Nachtnanny. Ihre Aufgabe ist die Mutter während der Nacht zu entlasten. Sie wird von Mackenzie Davis gespielt. Zusammen mit Charlize Theron als Marlon, entsteht eine wunderbare Chemie auf der Leinwand. Auf Beide konzentriert sich der Film. Bis auf Jonah bleiben alle anderen Charaktere ziemlich farblos. Drew, gespielt von Ron Livingston – in der Vaterrolle ein genauso wichtiger Bestandteil der Geschichte – fällt hinten herunter.

Szenenbild 1

Ein breiterer Fokus hätte den Film im Ende jedoch schwerer gemacht. So bleibt er über den größten Teil der Laufzeit locker flockig und hat viele lustige Szenen. Er erinnert viel an “Juno”. 2007 beschäftigte sich Jason Reitman das erste mal mit dem Thema Eltern werden. Damals spielte Ellen Page die werdende Mutter. “Tully” hat in seiner Essenz viel von der der Leichtigkeit und dem Sarkasmus geerbt. Er ist aber unterschiedlich genug, um keine Verwechslung zu verursachen.

Fürs Ohr gibt es einen abwechslungsreichen Soundtrack. Er überspannt alle Genres von Blues, über Rock, bis Metal. Am Ende, wenn die Kamera aus zoomt, sieht der Zuschauer ein zufriedenes Paar beim gemeinsamen Abwasch. Eine in ihrem Charakter so einfache, aber harmonische, romantische Szene, die mit passender Musik untermalt, in den Abspann entlässt.

Was man “Tully” anlasten kann ist, dass er mit der Darstellung von Jonahs Behinderung und den Umgang damit, nicht realistisch, oder richtig, oder wie auch immer, umgeht. Das will der Film aber auch nicht. Er dient nur als dramaturgisches Werkzeug, um die Ausgangssituation zu verschärfen. Das mag vielen nicht gefallen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er einen korrekten Film sehen will, oder ein Drama mit Fokus auf die Mutter. Erstere sind hier falsch.

Fazit:

“Tully” ist eine leichtes Drama, welches den Zuschauer zu Beginn einige Nerven kostet. Charlize Theron und Mackenzie Davis entwickeln eine tolle Chemie.

Film: 8/10

Links:

http://focusfeatures.com/tully

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Über den Author:

JensLiebt Filme und sammelt Trailer. Wenn er keine Filme schaut, schreibt er Kritiken oder treibt den technischen Fortschritt voran.Zeige alle Artikel von Jens →