21andOver Plakat

21 & Over (Sneak vom 08.07.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: 21 & Over

Laufzeit: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Justin Chon, Sarah Wright, Skylar Astin, Miles Teller

Regie: Jon Lucas und Scott Moore

Ab dem 25. Juli in den Lichtspielhäusern.

 

Das 21. Lebensjahr ist für Einwohner der Vereinigten Staaten von Amerika ein besonders magischer Lebensabschnitt. Denn obwohl man dann schon seit drei Jahren wählen, für sein Land im Krieg fallen und (je nach Staat) auch ansonsten eine Waffe führen darf, kann erst mit 21 das tun, ohne das die vorgenannten Tätigkeiten gar keinen richtigen Spaß machen: Die Rede ist natürlich vom Alkoholgenuss.

Medizinstudent Jeff Chang (Justin Chon) nun kommt gerade in dieses Alter. Grund genug für seine alten Schulfreunde Casey (Skylar Astin) und Miller (Miles Teller), mal vorbeizuschauen und das Ganze gebührend zu begießen. Was auch nach einem guten Plan klingt, hätte Jeff tags darauf nicht ein wichtiges Vorstellungsgespräch, das vor allem für seinen herrischen alten Herren (François Chau) von großer Bedeutung zu sein scheint. Aber was soll’s, man wird ja nur einmal 21, und auch wenn man dann den Rest seines Lebens über 21 sein wird, kann man dieses Ereignis doch nicht einfach so vorbeiziehen lassen. Also begeben sich unsere drei Jungs ins rauschende und berauschende Nachtleben. Und werden eine Nacht erleben, die so einige Überraschungen mit sich bringt. Und nur ganz wenige davon sind positiver Natur.

Szenenbild 1

Man merkt den beiden Debütanten Lucas und Moore nicht wenig an, wie sehr sie versuchen wollten, den einstigen Hit „Hangover“ für eine jüngere Generation zu adaptieren. Blöd nur, dass zumindest der erste Teil eher durch seine Inszenierung denn durch seine Handlung glänzte. Den Autoren jenes Films die Inszenierung für eine mögliche Kopie in die Hand zu geben, ist ergo eine ziemlich blöde Idee.

Und folgerichtig fällt einem vor allem die mies und lieblos zusammengestückelte Story auf: Egale Stereotype (Loser, Streber und Streber mit superdominantem Vater) bekommen es mit einer Odyssee zu tun, in deren Verlauf sie von einer Peinlichkeit zur nächsten rutschen dürfen. Was durchaus lustig sein kann, wenn man auf sowas steht und vielleicht auch selbst schon ein wenig angeheitert ist, aber wohl kaum im Gedächtnis bleiben dürfte (vor allem, wenn man angeheitert ist).

Szenenbild 2

Da hilft es auch nur wenig, Jeff Chang als Wendung eine kurze tragische Note andichten zu wollen, denn erstens erkennt man all das schon binnen der ersten halben Stunde und zweitens gelingt es kaum, den dafür nötigen Ernst aufblitzen zu lassen. Stattdessen bekommen wir die üblichen leeren Lektionen über Freundschaft und ein paar langweilige Charakterentwicklungen. Wäre doch wenigstens die Inszenierung nicht so schnarchig und konventionell, dann könnte man über all diese Schwächen genauso leicht hinwegsehen wie über die nicht minder großen Probleme von „Hangover“. Aber das hatten wir ja schon zu Beginn besprochen.

Szenenbild 3
Fazit:
Eine gute „Hangover“-Kopie sieht definitiv anders aus, aber wer auch „Hangover 2“ noch ganz lustig fand, kann es ja mal mit „21 & Over“ versuchen. Der Autor dieser Zeilen jedenfalls kann dem Film leider nur 4/10 Punkte und ein halbherzig unterdrücktes Gähnen abgewinnen.
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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „The Empire of Corpses“, „A Cure for Wellness“ und „Kundschafter des Friedens“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“. Hält jetzt solange die Luft an, bis er eine Wiederaufführung des 1995er "Ghost in the Shell" bekommt! Auf Leinwand!!!Zeige alle Artikel von Martin →

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