Alles Eine Frage Der Zeit Hauptplakat

Alles eine Frage der Zeit (Sneak vom 14.10.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: About Time

Laufzeit: 123 Minuten

FSK: ohne Altersbeschränkung

Besetzung: Domhnall Gleeson, Rachel McAdams, Bill Nighy

Regie: Richard Curtis

Ab dem 17. Oktober in den Lichtspielhäusern.

 

Tim Lake ist schon ein echter Glückspilz. Nicht nur hat er einen überaus coolen Vater (anbetungswürdig gespielt von Bill Nighy), er kann auch nach Belieben in seine eigene Vergangenheit springen und dort gemachte Missgeschicke wieder ausbügeln. So wie seinerzeit die Hauptfigur in „Butterfly Effect“, nur mit weitaus weniger hochdramatisierten Folgen. Und so hat unsere Hauptfigur schon ziemlich rasch eine ansehnliche Anwaltskarriere vor sich und eine hinreißende Dame namens Mary (Rachel McAdams) an seiner Seite. Viel schiefgehen kann da ja eigentlich nicht mehr. Außer der ganz normale Kram natürlich. Aber als Zeitreisender hat man ja auch mehr als genug Möglichkeiten, um solchen Problemen beizukommen. Mit einer kleinen Einschränkung allerdings, wie Tim dann doch irgendwann feststellen muss.

Szenenbild 1

Wie jetzt? Kein „Doch dann ziehen dunkle Wolken auf und die Hauptfigur wird sich ihrer größten Herausforderung stellen müssen“-Gefasel in der Inhaltsangabe? Deine Verwunderung ist berechtigt, werter Leser, doch keine Angst, gerade das Fehlen der üblichen spannungsheischenden Handlungsschablonen macht „Alles eine Frage der Zeit“ so herrlich unterhaltsam. Denn zur Abwechslung sind es die Figuren, die die Handlung vorantreiben dürfen. Und die sind nicht nur durch die Reihe quicklebendig und grundsympathisch angelegt, sondern auch noch ausnahmslos perfekt besetzt und exquisit gespielt.

Dazu gesellt sich eine Regie von so großer Meisterklasse, dass sämtliche Kniffe der Inszenierung wie selbstverständlich wirken. Ein Zeitreiseplot ohne größere Logiklöcher? Kinderkram. Rachel McAdams als zum darnieder knien süßes Love Interest? Nichts leichter als das. Ziemlich genau zwei Stunden perfekte Unterhaltung? Schon geschehen!

Szenenbild 2

Klar, wenn man sich zwingen würde, die rosarote Brille abzusetzen, die einem die an mannigfaltigen Stellen wahrhaft rührende Geschichte fast schon heimlich untergejubelt hat, dann dürften einem zum Beispiel auffallen, wie unlogisch es ist, dass Tim bei seinen Zeitreisen immer in dem Schrank landet, in dem er gestartet ist. Verschwindet das jüngere Alter Ego dann mit einem „Plopp“, um dort im Schrank aufzutauchen oder konstruiert sich so ein Schrankbesuch dann einfach im Nachhinein irgendwie zurecht? Nein, es wäre wohl weitaus eleganter gewesen, ihn einfach direkt in die jeweilige Situation springen zu lassen. Das gibt natürlich Abzüge in der B-Note. Zum Glück sieht man die Ankunft unseres Zeitreisenden nur zwei- oder dreimal, sodass selbst so erbsenzählerische Zuschauer wie der Verfasser dieser Zeilen nur ganz vereinzelt aus dem Film gerissen werden.

Ansonsten könnte man noch vorwurfsvoll anbringen, dass man dem Film kaum eine tiefere Aussage entnehmen kann als das nur allzu oft gehörte und dadurch nicht weniger seicht klingende „Nutze den Tag!“ Aber was soll’s, das Schauspiel ist dadurch nicht weniger ergreifend und die Unterhaltung auch nicht weniger perfekt. Und der Film bleibt auch trotzdem ein kleines Meisterwerk.

Szenenbild 3
Fazit:
Zur Abwechslung darf man dem Filmmarketing einmal trauen. „Alles eine Frage der Zeit“ ist tatsächlich die romantische Komödie des Herbstes. Ach was, des ganzen Jahres! Und damit der eine Film, in den man den jeweiligen herzallerliebsten Partner unbedingt mitschleppen muss. Denn er bietet tatsächlich Charme und Witz für die Herren und großartige, wundervoll inszenierte Romantik für die Damen. Und wenn wir ehrlich sind, für die Herren auch. Mindestens ein ganz kleines bisschen. 8/10 Punkte.

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Alles eine Frage der Zeit (Sneak vom 14.10.2013 im Cinestar), 7.0 out of 10 based on 2 ratings

Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „The Empire of Corpses“, „A Cure for Wellness“ und „Kundschafter des Friedens“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“. Hält jetzt solange die Luft an, bis er eine Wiederaufführung des 1995er "Ghost in the Shell" bekommt! Auf Leinwand!!!Zeige alle Artikel von Martin →

  1. FalkFalk23.10.2013

    War schon ganz nett, aber insgesamt doch etwas langweilig, weil eben nix wirklich Spannendes passiert und keine richtigen Probleme auftauchen. Die Ansätze waren ja da mit der Schwester und dem Baby, aber wurden viel zu schnell wieder weggewischt. Daraus hätte man viel mehr machen können. Für mich ne 6-7.

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