Contraband Plakat

Contraband (Sneak vom 12.03.2012)

Deutsches Plakat für 'Contraband'

Originaltitel: Contraband

Laufzeit: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Hauptdarsteller: Mark Wahlberg, Ben Foster, Giovanni Ribisi, Kate Beckinsale

Regie: Baltasar Kormakur

Seit dem 15. März in den Lichtspielhäusern.

 

Aufmerksame Leser mit fortgeschrittenen Englischkenntnissen werden es schon geahnt haben: In “Contraband” geht es um Schmuggelware. Genauer gesagt um besonders überzeugendes Falschgeld, markttauglich auch als “Superblüten” bezeichnet. Diese will Chris Faraday (Mark Wahlberg) von Panama nach New Orleans bringen, denn sonst steckt sein Schwager Andy (Caleb Landry Jones) so richtig tief in Problemen. Und dabei wollte Chris doch eigentlich nur noch mit ehrlicher Arbeit sein Geld verdienen. So jedoch muss er sich mit einem paranoiden Kapitän, einem unberechenbaren Bandenchef und natürlich dem Zoll rumplagen. Und als ob das noch nicht problematisch genug wäre, braut Gangsterboss Tim Briggs (Giovanni Ribisi) an seinem eigenen Süppchen und schließlich stehen auch nach bei Chris’ Eheweib Kate (Kate Beckinsale) die Schläger vor der Tür.

Szenenbild 1

Wieder einmal zeigt sich, dass die Amerikaner nicht viel von Synchronisation zu halten scheinen, sondern lieber ganze Filme noch einmal drehen: “Contraband” ist nichts anderes als ein Remake des isländischen Filmes “Reykjavík-Rotterdam” aus dem Jahr 2008. Da schmuggelt man zwar Alkohol statt Falschgeld, doch das lohnt sich nur in Island richtig (da Alkoholverauf dort staatlich gesteuert und hochkarätig besteuert ist). Ansonsten ähneln sich die Filme fast bis in die feinsten Details der Handlung. Nur dass “Reykjavík-Rotterdam” immer einen Hauch kälter und gemeiner wirkt, mit hübsch blassen Bildern und herrlich geschafften Akteuren. Einer dieser Akteure, genauer Baltasar Kormákur, der im Original die Hauptrolle spielte, ist übrigens der Regisseur von “Contraband”, was uns ein weiteres schönes Beispiel für die Ideenlosigkeit Hollywoods liefert.

Szenenbild 2

Doch betrachten wir “Contraband” einmal ohne dessen Altlasten: Dann ist es ein leidlich spannender Thriller mit ein paar wirklich hübschen Ideen, auch wenn gerade gegen Ende etwas zu viel Probleme an der Heimatfront auftreten – da hätte man durchaus mehr Vertrauen in die Haupthandlung investieren können. Und überhaupt: Gerade Chris’ Frau ist für meinen Geschmack viel zu langweilig gezeichnet (und Frau Beckinsale gibt sich auch nicht wirklich Mühe, dem entgegen zu wirken) und hat ein paar furchtbar klischeeträchtige Szenen verpasst bekommen. Etwas besser ist es da um Gangsterboss Tim Briggs bestellt. Nein, der ist auch nicht wirklich besser gezeichnet, aber sein Darsteller Giovanni Ribisi schafft es wenigstens, ihn ein bisschen interessanter zu gestalten. Der Rest des Casts ist eher unauffällig, gerade Mark Wahlberg spielt eigentlich das, das er immer spielt.

Ähnlich routiniert wie das Schauspiel des Hauptdarstellers ist auch die Inszenierung des Films. Spannend erzählt, mit nur gegen Ende etwas Leerlauf und einer deutlich zu früh verratenen finalen Wendung. Fotografiert wurde “Contraband” zwar nicht so schön kalt und trostlos wie seine Vorlage, aber die Bilder sind immer noch akzeptabel. Es stellt sich nur wieder einmal die Frage, warum man diesen Film überhaupt drehen musste. Gut, andererseits ist es weitaus leichter, “Contraband” zu sehen als “Reykjavík-Rotterdam”, denn letztgenannter Film läuft hierzulande nur ganz vereinzelt in den Dritten Programmen und bekam bis dato nicht einmal eine DVD-Auswertung.

Szenenbild 3

Alles in allem hätte es schlimmer kommen können: “Contraband” ist ein akzeptabler, massenkompatibler Actionfilm, den man sich durchaus antun kann. Auch wenn er kein Stück aus dem Durchschnitt heraus zu ragen vermag, hat er gegenüber seiner zumindest filmisch überlegenen Vorlage dennoch den Vorteil, dass er überhaupt in die Kinos kam. 5/10 Punkte vergebe ich für dieses harmlose Abziehbild.

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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Die Erfindung der Wahrheit“, „Harmony“ und „Nur ein Tag“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →