Das Ist Das Ende Hauptplakat

Das ist das Ende (Sneak vom 22.07.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: This is the End

Laufzeit: 107 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Darsteller: James Franco, Jonah Hill, Seth Rogen, Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson

Regie: Evan Goldberg und Seth Rogen

Ab dem 08. August in den Lichtspielhäusern.

 

Eigentlich wollte Jay Baruchel nur seinen alten Freund Seth Rogen besuchen und ein bisschen mit ihm abhängen. Doch dann schleppt dieser ihn mit zur Hauseinweihungsparty von James Franco. Voll mit irgendwelchen Stars, die Jay nicht interessieren und ihn maximal daran erinnern, wie fremd er und Seth sich geworden sind. Andererseits kann er ja bestimmt bald gehen, und ein durch eine miese Party verdorbener Abend ist ja kein Weltuntergang. Denkt er zumindest. Doch dann passiert die Entrückung – die Seligen kehren in den Himmel ein, und die Sünder müssen die Apokalypse erleiden. Komplett mit Höllenfeuer und dem großen Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern. Dreimal darf geraten werden, in welche Kategorie die Mischpoke rund um James Franco gezählt wird. Genau. Und so dürfen sich sechs Überlebende so langsam, aber sicher, mit ihrem sehr rasch postapokalyptischen Umfeld anfreunden.

Szenenbild 1

Dies vorab: Ja, der Einfachheit halber wird in diesem Artikel auf eine Trennung von Rollen- und Darstellername verzichtet. Das soll jedoch nicht implizieren, dass die Darsteller sich in irgendeiner Form selbst spielen, denn schon nach kurzer Zeit wird klar, dass jeder hier nur die üblichen Stereotype abarbeitet, die er sonst auch gibt. Mit den üblichen konstruierten Konflikten zu anderen, von denen Drehbuchautoren scheinbar mal gelernt hatten, man bräuchte sie unbedingt zum Handlungsaufbau. Aber wie dem auch sei.

Früher war es einmal eine Stärke Hollywoods, sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Andererseits ist in „Das ist das Ende“ aber auch nur wenig von Hollywood vertreten. Eigentlich nur James Franco und Jonah Hill, die aber auch beide wirken, als würden sie den Machern heldenhaft einen Freundschaftsdienst leisten. Und Emma Watson, die wohl gerade Zeit für ein paar kleine Szenchen hatte. Der Rest der „Stars“ des Films entsprang wohl eher den Kategorien „Ach, schau mal – den gibt’s ja auch noch“ und „Hä? Wer?“. Unpraktisch, dass sich ausgerechnet die Hälfte des Hauptcasts aus letzterer Rubrik rekrutierten. Andererseits, da sie hier sowieso nur den Mist auf den Leib geschrieben bekommen haben, den sie sonst auch spielen, fällt wenigstens niemand durch schlechtes Schauspiel auf. Und Michael Cera darf für ein paar Sekunden mal entgegen seiner üblichen Rollenangebote Arschloch sein. Das freut bestimmt seinen Agenten.

Szenenbild 2

Doch das wahre Grauen findet man erst, wenn man sich die Handlung betrachtet. Da ist er nämlich wieder, der „Hihi, ich hab’ ‚Penis‘ gesagt“-Pennäler-Humor mit seinen Fäkalpointen und Kiffer-Witzchen, dem man seit „Superbad“ ab und an, gleich einem Herpesbläschen, immer mal wieder erdulden muss. Oh, wie gern, wäre „Das ist das Ende“ wohl so richtig schön geschmacklos. Oder gar kreativ. Doch das eine verbietet die Prüderie, das andere die Talentlosigkeit der Autoren.

Dieser Talentlosigkeit verdankt man übrigens auch eine ganze Menge Langeweile. Denn wie bei jedem anderen Katastrophenfilm auch ist es fatal, dass einen die Hauptfiguren mit ihren kleinen zwischenmenschlichen Problemchen nicht die Bohne kratzen. Zwischendurch kann man zwar ein bisschen die Produkt-Placements z.B. für Produkte der Coca-Cola-Kette zählen, und ja, das eine oder andere Witzchen bringt einen tatsächlich auch zum Schmunzeln, aber insgesamt gestalten sich die fast 110 Minuten, die dieser Film an Zeit verschlingt, doch ziemlich öd. Gut, immerhin sind die Effekte ganz nett. Das hat auch andere Katastrophenfilme schon gerettet.

Zum Abschluss noch ein Fun Fact: Eigentlich sollte dieses Projekt nur ein Kurzfilm mit dem Titel „Jay and Seth vs. the Apocalypse“ werden, doch dann bekam ein Trailer für diesen Kurzfilm so viel Aufmerksamkeit, dass man beschloss, nach mehr zu streben. Schade eigentlich. Als Kurzfilm wäre der Film vielleicht weniger nervig gewesen. Zumindest hätte er weniger Lebenszeit gekostet.

Szenenbild 3
Fazit:
Wer „Superbad“ und „Ananas Express“ mochte und die amerikanische Vorstellung von geschmacklosen Humor lustig findet, der kann ja mal sein Glück versuchen. Vielleicht sollte man den Film auch einfach nicht nüchtern sehen. Andererseits könnte die Alternative ziemlich rasch in Alkoholverschwendung ausarten. 4/10 Punkte gibt es noch. Hauptsächlich für die Effekte.
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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Die Erfindung der Wahrheit“, „Harmony“ und „Nur ein Tag“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“. Hätte nicht gedacht, dass er sich nochmal auf einen "Thor"-Film freuen würde. Teil drei aber sieht einfach zu spaßig aus!Zeige alle Artikel von Martin →