Escape Plan Hauptplakat

Escape Plan (Sneak vom 28.10.2013 im Cinestar sowie vom 01.11.2013 im Cineplex)

Plakat

Originaltitel: Escape Plan; vormals „The Tomb“

Laufzeit: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Besetzung: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel, Curtis Jackson (dem ein oder anderen vielleicht auch als “50 Cent” bekannt), Sam Neill, Vinnie Jones, Faran Tahir, Vincent D’Onofrio, Amy Ryan

Regie: Mikael Håfström

Ab dem 14. November in den Lichtspielhäusern.

 

Ray Breslin (Sylvester Stallone) ist eine Mann des Wortes und der Tat: Nicht nur verfasste er das Standardwerk zu Sicherheitsfragen in Justizvollzugsanstalten, der ehemalige Staatsanwalt verdient sich seine nicht wenigen Brötchen aktuell auch ganz praxisnah damit, Gefängnisse eingehend zu prüfen. Und ja, damit ist gemeint, dass er sich erst undercover einsperren lässt und dann spektakulär ausbricht. Was durchaus ein lukratives Geschäft darstellt. Doch sein neuester Auftrag wird schon bald zu einem richtigen Problem für den rüstigen Vollzeit-Knacki: Ein privates Hochsicherheitsgefängnis ist es diesmal. Auf keiner Karte verzeichnet. Und irgendjemanden scheint viel daran zu liegen, dass Breslin diesmal in diesem Loch versauern soll. Ohne Netz und doppelten Boden tut sich dieser also mit dem Mannheimer Mitinhaftierten Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) zusammen und schmiedet ein paar Pläne. Doch als er endlich herausfindet, wo genau sich dieses Gefängnis befindet, fangen seine Probleme erst so richtig an.

Szenenbild 1

Reden wir gar nicht erst drum herum: „Escape Plan“ kümmert sich nicht die Bohne um die Belange einer potentiellen weiblichen Zielgruppe. Stattdessen dürfen wir erleben, wie zwei gealterte Actionstars nochmal in den Ring steigen und eine eigens dafür geschriebene, natürlich ordentlich testosterongeschwängerte Story durchleben. Ja, das klingt verdächtig nach den „Expendables“-Filmen, nur mit etwas weniger Waffengewalt und vor allem keinen „Jungspunden“ wie Jason Statham, die von den beiden mittlerweile stramm auf die 70 zugehenden Hauptfiguren ablenken könnten. Und es macht schon tatsächlich nicht wenig Spaß, den beiden Kumpels zuzusehen, wie sie sich erst belauern und dann verbrüdern. Und spätestens bei Obermackersprüchen wie „Du schlägst zu wie ein Vegetarier“ sollte dem geneigten Zuschauer mindestens ein kleines Grinsen über die Mimik huschen.

Etwas ungewohnt ist allerdings die neue Synchronstimme, die Schwarzenegger für die deutsche Fassung verpasst bekam. Natürlich ist es absolut nachvollziehbar, denn schließlich ist sein Stammsprecher Thomas Danneberg auch Stallones deutsche Stimme. Weniger nachvollziehbar und weitaus gewöhnungsbedürftiger ist der breite österreichische Akzent, den ihm seine Interimsstimme Ralph Sicha verlieh. Gerade im Fahrwasser der Nikki-Lauda-Biografie „Rush“ wirkt das ziemlich befremdlich.

Szenenbild 2

Die Handlung des Films ist altmodische Actionkost, leidlich spannend und kurzweilig erzählt. Nichts Besonderes, aber ausreichend logisch und mit einem netten Showdown versehen. Schönes Popcorn-Kino halt. Oder vielleicht eher Nachos-und-Bier-Kino.

Hier punktet dann auch James Caviezel, der es überraschenderweise schafft, in der Zwei-Mann-Show von Arnie und Sly einen kurzen, aber bleibenden Eindruck als Gefängnisdirektor zu hinterlassen. Der nicht geringen Menge an Charisma, boshafter Intelligenz und kalter Berechnung, die er in perfekter Mischung in sein Spiel einbringen konnte, sei’s gedankt (Okay, und die adretten Anzüge, die man ihm verpasste, dürften ebenfalls nicht wirkungslos geblieben sein). Da hätte man seinem Charakter glatt eine spektakulärere Rolle im Finale gewünscht. Aber was soll’s. Der Rest des Cast hingegen blieb erwartungsgemäß im Hintergrund und war schon kurz nach dem Abspann wieder vergessen.

Szenenbild 3
Fazit:
Wer die „Expendables“ eigentlich nur wegen der Szenen zwischen Arnie und Sly verfolgte, dürfte hier einen Film gewordenen Wunschtraum vor sich haben. Alle anderen können sich auf altmodische Action mit altmodischen Helden freuen. Und gegebenenfalls mitgeschleppte Damen können sich ja vielleicht damit trösten, einen Blick auf James Caviezel zu werfen. Oder wenigstens auf die Fähigkeiten seines Herrenausstatters. 7/10 Punkte.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Deine Filmbewertung:
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Die Erfindung der Wahrheit“, „Harmony“ und „Nur ein Tag“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →