Homefront Hauptplakat

Homefront (Sneak vom 10.01.2014 im Cineplex sowie vom 13.01.2014 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: Homefront

Laufzeit: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Besetzung: Jason Statham, James Franco, Winona Ryder, Kate Bosworth, Frank Grillo, Rachelle LeFevre, Clancy Brown, Christa Campbell

Regie: Gary Fleder

Seit dem 23. Januar in den Lichtspielhäusern.

 

Dieses Mal spielt Jason Statham einen ehemaligen Agenten der Drogenvollzugsbehörde DEA. Phil Broker heißt seine Rolle, und ist anlässlich des tragischen Todes der geliebten Ehefrau vor Kurzem gemeinsam mit Töchterchen Maddy (Izabela Vidovic) ins beschauliche Louisiana umgezogen. Und obwohl er sich eigentlich ganz gut einlebt, ergibt sich schon rasch ein ziemlich fieser Zwist mit Cassie Bodine (Kate Bosworth), deren Sohn von Maddy zwar nicht grundlos, aber dennoch übel verkloppt wurde. Als Cassie ihren Bruder, den örtlichen Drogendealer Gator (James Franco) auf Phil ansetzt, bringt das ein paar Steine ins Rollen, die ziemlich viel Unruhe in die Idylle  bringen werden. Denn es gibt da eine Motorrad-Gang, die noch einige Hühnchen mit Phil Broker zu rupfen hat. Und bekanntlich fackeln solche Typen nicht lang.

Szenenbild 1

Nachdem man circa fünf Minuten Statham-als-Undercovercop-Vorgeschichte hinter sich hat, erlebt man einen Vorspann (das allein ist selten und lobenswert genug heutzutage), der es sehr schön andeutet: Heimlicher Hauptdarsteller von „Homefront“ sind die Sümpfe Louisianas mit ihren Mangrovenbäumen und Krokodilen. Und das mehr als zu Recht, denn was sogar eine Serie wie „True Blood“ ins Erwähnenswerte zerren konnte, kann auch locker einen Actionfilm aufwerten.

Doch noch weitaus interessanter als die Kulissen ist die Stimmung innerhalb der Stadt, die unser Held sein neues Zuhause nennt. Denn dank großartig geschriebener und besetzter Nebenrollen bekommt man hier quasi nebenbei eine voll und ganz passable Milieustudie präsentiert, die stellenweise selbst Vergleiche mit Meisterwerken wie „Winter’s Bone“ nicht scheuen muss. Vor allem Kate Bosworth überrascht hier mit der wahnsinnig guten Darstellung einer drogenabhängigen White-Trash-Mutter. Ebenfalls erwähnenswert sind James Franco als Drogendealer und Clancy Brown, der einen großartigen Kleinstadtsheriff abgibt. Oh, und es ist immer schön, ein Lebenszeichen von Winona Ryder zu sehen.

Szenenbild 2

Schade allerdings, dass der Drehbuchautor (übrigens niemand Geringeres als Sly Stallone) anscheinend nicht genug Vertrauen in den Konflikt zwischen Ex-Drogencop und Unterschichtenfamilie hatte, weshalb er sich wohl genötigt sah, der Geschichte vollkommen lustlos noch eine furchtbar konventionelle Biker-Rache-Nebenhandlung aufzupfropfen. Die dann auch überraschend unspektakulär wieder vom Tisch ist.

An sich ist der Statham-Film-Teil dieses Statham-Films aber ziemlich gut gelungen. Unser Held schlägt sich (natürlich im Wortsinn) gewohnt unterhaltsam, darf sich liebevoll um sein Töchterchen kümmern und zwischendurch sogar ein scheinbar ebenfalls noch rasch in die Handlung gekritzeltes Love Interest anlächeln. Der übliche Statham-Kram also. Aber nett.

Szenenbild 3
Fazit:
Wer in „Homefront“ geht, wird vermutlich schon wissen, was er bekommt. Und das erhält er auch. Aber mit einer kleinen Portion Tiefe dazu. Das ist doch auch mal was. 6/10 Punkte.
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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Nur ein Tag“, „Genocidal Organ“ und „A Cure for Wellness“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →