Non Stop Teaserplakat

Non-Stop (Sneak vom 10.03.2014 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: Non-Stop

Laufzeit: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Besetzung: Liam Neeson, Julianne Moore, Anson Mount, Michelle Dockery

Regie: Jaume Collet-Serra

Ab dem 13. März in den Lichtspielhäusern.

 

Wer denkt, dieses mulmige Gefühl, wenn ein Flugzeug abhebt, wäre ein echtes Problem, der sollte sich mal mit den Sorgen eines Air Marshals beschäftigen. Nehmen wir zum Beispiel William Marks (Liam Neeson). Der ist genauso einer und hat aktuell das Problem, dass irgendjemand auf dem ihm zugewiesenen Flug damit droht, alle zwanzig Minuten jemanden zu töten, sofern nicht 150 Millionen US-Dollar auf einem eigens dafür eingerichteten Schweizer Konto landen. Und als unser Held dann auch noch herausfindet, dass das Konto perfiderweise auf seinen Namen geschaltet wurde, beginnen seine Probleme gerade erst.

Szenenbild 1

Wir hatten ja schon kurz erwähnt, dass sich Flugzeuge eigentlich ideal für einen spannenden Krimiplot eignen sollten. Sie sind so hermetisch abgeschlossen wie U-Boote, aber dabei fliegen sie über den Wolken – was viel cooler ist als so ein Herumgedümpel unter dem Wasser. Außerdem läuft alles viel schneller ab, was sich in Actioneinlagen großartig einsetzen lässt. Und man kann die Schwerelosigkeit eines Sturzfluges prima für aberwitzige Finalkämpfe einsetzen. Aber wir schweifen ab.

„Non-Stop“ jedenfalls nutzt die Gegebenheiten des gewählten Handlungsortes prima aus. Unser Held ist abgeschnitten von jeglicher Unterstützung, ja, die Außenwelt ist ihm sogar äußerst feindlich gesinnt, und auch im Inneren des Flugzeugs kann ihm die Situation jederzeit entgleiten. Die Atmosphäre stimmt also schon mal. Der Krimiplot um die im Drittelstundentakt abtretenden Insassen ist dazu angenehm intelligent gewoben sowie mit zeitlich gut gesetzten Wendungen und einer ausreichenden Anzahl an falschen Spuren versehen und dabei so spannend erzählt, dass man sich gar nicht an den dann doch vereinzelt auftretenden Ungereimtheiten stören will. Und auch die wie üblich streberhaft-unglaubwürdige Perfektion des Erpresserplans stört nur vereinzelt, was vielleicht auch daran liegt, dass sie zwischendurch immer wieder durch kleine Details wie den Umstand, dass der 20-Minuten-Timer nie exakt beim nächsten Mord piept, aufgelockert wird.

Szenenbild 2

Ebenfalls sehr dem unterhaltsamen Filmerlebnis dienlich ist die Besetzung. Natürlich ist Liam Neeson perfekt für die Rolle des raubeinigen Helden, den kann er ja mittlerweile ganz locker aus dem Handgelenk, und selbstverständlich ist Julianne Moore wie immer charmant und überzeugend. Aber auch die Nebenrollen sind prima besetzt: So wirkt Corey Stoll z.B. wie das Musterbild eines New Yorker Cops, während Jason Butler Harner als Co-Pilot überzeugt, der plötzlich über sich hinauswachsen muss. Und Michelle Dockery gibt schlicht eine scharfe Flugbegleiterin ab. Was auch mal eine Erwähnung wert ist.

Apropos „nette Optik“: Eine hübsche Idee sind auch die an die britische Erfolgsserie „Sherlock“ erinnernden Visualisierungen des SMS-Verkehrs zwischen Marks und dem Erpresser, bei denen löblicher weise auch die deutsche Lokalisierung keine Kosten und Mühen gescheut hat, um sie in die hiesige Sprache zu übertragen.

Einzig gegen  Ende schwächelt der Film etwas. Was vor allem an den doch sehr zwanghaft und gewollt politisch wirkenden Motiven hinter der Erpressungsaktion liegt, die doch ein bisschen zu viel Pathos heraufbeschwören, somit etwas zu bitter schmecken und deutlich zu schwer im Magen liegen, um zur ansonsten so angenehm leichten Unterhaltung zu passen.

Szenenbild 3
Fazit:
Trotz des etwas faden Endes erweist sich „Non-Stop“ als gut zubereitete, fast schon klassische Whodunnit-Krimistory, gewürzt mit einem tollen Cast, jeder Menge Spannung und genau der richtigen Menge an Action. Ein ausgezeichneter und hochgradig unterhaltsamer Snack für zwischendurch also. 7/10 Punkte.
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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Manifesto“, „A Silent Voice“ und „Die Erfindung der Wahrheit“ – außerdem immer wieder gern über „Project Itoh – Harmony“ und „La Grande Bellezza“. Ist vorfreudetechnisch mit 2017 durch, freut sich dafür aber umso inniger, zu Beginn des neuen Jahrs "Your Name" auf Leinwand sehen zu dürfen.Zeige alle Artikel von Martin →