Riddick Hauptplakat

Riddick – Überleben ist seine Rache (Sneak vom 09.09.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: Riddick – Dead Man Stalking

Laufzeit: 119 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Besetzung: Vin Diesel, Karl Urban, Dave Bautista, Katee Sackhoff, Jordi Mollà, Matthew Nable

Regie: David Twohy

Ab dem 19. September in den Lichtspielhäusern.

 

Als wir Riddick (Vin Diesel) das letzte Mal begegneten, hatte sich unser Lieblingsfuryaner gerade eben auf den Thron der Necromonger geschwungen und wurde damit zum Herren über die größte Armee des Universums. Was eigentlich auch das einzig Coole an „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ war, denn ansonsten bot einem jener zweite Teil der “Riddick”-Reihe nur halbesoterischen Mumpitz, eine ins Unerträgliche verlängerte Handlung und einen Karl Urban mit zugegebenermaßen ziemlich lustiger Frisur. Nun endlich wird die Handlung fortgesetzt. Wobei „fortsetzen“ vielleicht etwas hoch gegriffen ist, denn die ganze „Obermacker der Necromonger“-Sache erweist sich schon zu Beginn des vorliegenden Films als hinfällig. Stattdessen befindet sich Riddick wieder einmal auf irgendeinem abgelegenen Wüstenplaneten und muss relativ schnell eine Möglichkeit zum Abflug finden, denn bald kommt der Regen. Und mit dem Regen kommt der Schlamm. Und im Schlamm tummelt sich allerlei gefräßiges Getier.

Also schickt unser Held einen Notruf ab, wohlwissend, dass das stattliche Sümmchen, das immer noch auf ihn ausgesetzt ist, so einige Kopfgeldjäger anlocken wird. Und tatsächlich bekommt er es bald mit gleich zwei Gruppierungen zu tun: Der Chef der einen hat noch ein privates Hühnchen mit Riddick zu rupfen, der andere will einfach nur, ganz unpersönlich, Riddicks Kopf. Und nur den. Dafür hat er auch ein schönes, dekorativen Kästchen reserviert. Doch Riddick hat keine Zeit für solche Spielchen. Die Regenzeit naht.

Szenenbild 1

Es ist ja schon ein ziemlich billiger Trick, statt der versprochenen epischen Geschichte mit Riddick als König wider Willen und der Suche nach dem Underverse, dem Himmelreich der Necromonger, einfach alles wieder auf Null zu setzen und de facto nur ein Remake von „Pitch Black – Planet der Finsternis“, dem ersten Film der Reihe, abzuliefern. Aber Regisseur Twohy und Hauptdarsteller Diesel wollten nach eigenen Aussagen nicht noch einmal nach der naturgemäß auf den Mainstream schielenden Pfeife von Produktionsstudio Universal Pictures tanzen müssen, was vor allem in Hinsicht auf die Jugendfreigabe größere Freiheiten versprach.

Aber selbstredend auch deutliche Abstriche beim Budget mit sich zog. Wobei knappe 40 Millionen Dollar immer noch doppelt so viel sind wie damals bei „Pitch Black“, also bei weitem noch kein Grund zum Heulen darstellen. Und tatsächlich ist der neue „Riddick“-Film zwar immer noch kein Augenschmeichler, aber doch immerhin in Effekten und Optik solide genug, um nicht mehr negativ aufzufallen. Was man vom optisch teilweise wirklich einfach nur üblen „Pitch Black“ nicht behaupten konnte. Der riss einen ja teilweise sogar aus der Handlung raus mit seinen billigen Lichteffekten. Nun hingegen kann man sich wenigstens voll auf die Handlung konzentrieren.

Szenenbild 2

Was tatsächlich auch einiges an testosterongeschwängerten Spaß verspricht. So darf Vin Diesel im ersten Drittel in einer One-Man-Show zeigen, was für ein harter Knochen sein Richard B. Riddick immer noch ist. Da wird durch trockenste Tundra gestapft, es werden schlammige Monster geschnetzelt und unser Held darf sich sogar einen treuen und auf jedes Brummeln gehorchenden Hund adoptieren. Wie süß. Und mit Auftritt der Kopfgeldjäger wird es dann richtig kernig. Natürlich sind alle Figuren nicht nur ein wenig flach angelegt, aber das können sie mit einer funktionierenden Chemie untereinander problemlos wieder wettmachen.

Ähnliches gilt für die Handlung. Natürlich ist die Story von „Riddick“ ein einziges, leicht selbstverliebtes Loblied auf den Titelhelden und zeigt ihn in fast jeder Situation als unbestrittenen Herrn der Lage. Spaß macht es aber trotzdem, wenn er wieder einmal die Söldner gegeneinander ausspielt, heftig mit der unnahbaren Scharfschützenwalküre Dahl flirtet (Sollte die nicht eigentlich lesbisch sein? Egal.) oder punktgenau ein Enthauptungsversprechen einhält. Letzteres sorgte übrigens in der Cinestar-Sneak für Szenenapplaus. Muss man auch erstmal hinbekommen.

Szenenbild 3
Fazit:
Somit liefert uns der furyanische Gesetzlose nach einem vollkommen überflüssigen Vorgängerfilm endlich wieder bestes Popcornkino für die Freunde einfacher SF-Kost mit der Extraprise Testosteron. Da drückt der Autor dieser Zeilen dann auch gerne mal das eine oder andere Auge zu, wenn die Effekte wieder nicht ganz so hübsch sind, und vergibt bei vorab erwähnter Dekapitation mitklatschende 7/10 Punkte. Und bei der innigen Liebe, die Vin Diesel für sein furyanisches Alter Ego empfindet, sei seinen Reden über weitere Abenteuer des nachtsichtigen Antihelden auch zumindest ein wenig Vorfreude entgegengebracht. Und sei es auch nur aus Hoffnung, dass irgendwann nochmal die Necromonger auftauchen und man sich doch nicht nur wegen Urbans witziger Haarpracht durch „Chroniken eines Kriegers“ gekämpft hat.
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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „A Silent Voice“, „Die Erfindung der Wahrheit“ und „Harmony“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“. Hätte nicht gedacht, dass er sich nochmal auf einen "Thor"-Film freuen würde. Teil drei aber sieht einfach zu spaßig aus!Zeige alle Artikel von Martin →