Sinister Hauptplakat

Sinister (Sneak vom 30.10.2012 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: Sinister

Laufzeit: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Darsteller: Ethan Hawke, Juliet Rylance, James Ransone, Fred Dalton Thompson, Vincent D’Onofrio

Regie: Scott Derrickson

Ab dem 22. November in den Lichtspielhäusern.

 

 

Ein ganz großer Schriftsteller war Ellison Oswalt (Ethan Hawke) mal, mit einem mordsmäßig gut verkauftem True-Crime-Bericht namens „Kentucky Blood“. Doch das ist nun schon eine gute Dekade vergangen. Nun trauert er dem alten Ruhm nur noch hinterher und ist ständig auf der Jagd nach einem neuen Knüller vergleichbarer Güte. Sein aktueller potentieller Kassenschlager ist das Haus einer vollständig abgemetzelten Familie, in welchem er der vereinfachten Recherche halber gleich mit der gesamten Familie residieren will. Und tatsächlich: Auf dem Dachboden findet Ellison eine Kiste voller alter Super-8-Bänder. Samt Projektor. Doch entgegen der Beschriftung handelt es sich hier nicht um irgendwelche Heimvideos, sondern um eine Reihe grausamer Ritualmorde, immer anders durchgeführt, doch stets sterben ganze Familien. Und das geht zurück bis ins Jahr 1966. Und damit fängt das Grauen für Familie Oswalt gerade erst an, denn wer oder was auch immer verantwortlich für die Morde ist, er oder es scheint noch in der Nähe zu sein.

Szenenbild 1

Ja klar, der Film heißt „Sinister“, doch muss man deswegen gleich so dermaßen sparsam mit Licht umgehen? Natürlich, wenn unsere Hauptfigur tapfer jeden Lichtschalter übergeht, selbst wenn er einen Einbrecher im Haus vermutet, mag das ja noch in Ordnung sein, doch wenn selbst bei eingeschaltetem Deckenlicht und offenen Fenstern (bei Tag!) kaum ein Photon in die Kamera zu gelangen scheint, dann ist das doch eher lächerlich als stimmungsvoll. Und schade, denn die schaurig-schön gemachten Super-8-Aufnahmen legen eigentlich eine ordentliche Menge an Atmosphäre vor. Die so natürlich gleich wieder verpuffen darf. Genauso wie man anfangs noch schön raten kann, ob die Auflösung des Films wirklich übernatürlich ist, oder ob sich das Ganze nur im Kopf unseres Helden abspielt. Zumindest bis zur Hälfte, dann wird es überdeutlich klar. Und wer den Trailer kennt, kann sich sowieso schon seinen Teil denken. Entsprechend bietet das Ende auch nur wenig neue oder gar interessante Ideen, wenngleich es aber wenigstens schön konsequent inszeniert ist.

Szenenbild 2

Darstellerisch macht vor allem Ethan Hawke eine ganz gute Figur und stellt seinen Mittlerweile-nur-noch-Möchtegern-Autoren mit einer bestechend ekelhaften Egozentrik dar, für die man schon ein wenig Mut benötigt. Ansonsten sind die darstellerischen Leistungen zwar akzeptabel, aber nicht wirklich eine Einzelerwähnung wert.

Genauso ist der Film handwerklich ohne große Mäkel (mit Ausnahme der oftmals lächerlichen Düsternis, versteht sich), mit einer zwar konventionellen, aber wenigstens schön geradlinig und meistens auch kurzweilig erzählten Handlung.

Szenenbild 3

Fazit:
Ja, man kann sich den Film antun, doch mehr als ein nettes Häppchen für zwischendurch ist leider nicht daraus geworden. Schade, denn mit etwas mehr sinnvoll angelegter Atmosphäre hätte aus „Sinister“ richtig was werden können. So reicht das Ganze leider nur für den oberen Durchschnitt. 6/10 Punkte.

 

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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Nur ein Tag“, „Genocidal Organ“ und „A Cure for Wellness“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →