Die Qual Der Wahl Hauptplakat

The Campaign (OV-Sneak vom 03.09.2012)

Plakat

Deutscher Titel: Die Qual der Wahl

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: noch nicht bekanntgegeben

Hauptdarsteller: Will Ferrell, Zack Galifianakis, Jason Sudeikis, Katherine Lanasa, Dylan McDermott

Regie: Jay Roach

Ab dem 04. Oktober in den Lichtspielhäusern.

Cam Brady (Will Ferrell) ist der beste Kongressabgeordnete, den sich die Gemeinde Hammond im schmucken Staat North Carolina vorstellen kann. Du ahnst, welcher Satz jetzt kommt, werter Leser? Richtig: Denn er ist auch der einzige Kandidat für dieses Amt. Doch das ändert sich jetzt. Denn als unser moralisch sehr flexibler Hinterbänkler sich plötzlich die Missgunst zweier besonders düsterer Geschäftsmänner verdient, suchen diese sich nun einen Konkurrenten, der ihre üble Sache besser vertreten kann. Die Wahl fällt auf Marty Huggins (Zack Galifianakis), einen spießigen, kleinen Normalbürger, welcher natürlich keine Ahnung von den fiesen Plänen seiner neuen Gönner hat. Marty wird nun ins Haifischbecken des politischen Wahlkampfs geworfen – jedoch mit einem weißen Riesenhai von einem Kampagnenmanager (Dylan McDermott) an seiner Seite. Und so möge der Wettstreit beginnen!

Szenenbild 1

Es war irgendwie klar, dass sowas im Jahr der nächsten US-Wahl auf uns zukommen würde. Doch warum ausgerechnet mit diesen Darstellern? Will Ferrell setzt ohne sonderliche Pause dieselbe nervig-platte Rolle fort, die er eigentlich fast immer darstellt und auch wenn Galifianakis mal nicht den komplett Bekloppten gibt (ja, das läuft als positive Anmerkung), ist seine Figur immer noch furchtbar nervig. Und dann kabbeln sich die beiden auch noch durch eine Handlung, die zwar so gerne eine echte Polit- und Mediensatire wäre, aber diesbezüglich immer nur uralte Ideen von anderen wiederaufwärmt. Gut, mit Ausnahme der Insourcing-Idee vielleicht, die war ganz nett. Falls du den Film noch nicht gesehen hast, aber nichtsdestotrotz neugierig geworden bist, werter Leser: Insourcing bedeutet, man verkauft einen Teil des eigenen Landes an ein Billiglohn-Land, dass dann seine eigenen Einwohner dorthin verschifft, damit die dann für die üblichen unmenschlich niedrigen Löhne für einen arbeiten können. Quasi Outsourcing im eigenen Land. Das ist zumindest in den ersten Minuten ein auf alberne Weise süßes Konzept.

Szenenbild 2

Sonstige politische Aussagen kann man getrost wieder vergessen, das ist dann nur die alte Mär vom Gutbürger, der sich erst verführen lässt, dann aber zum ehrlichen Politiker aufsteigt. Bla, bla. Und der Rest der Komik in diesem Film, wenn man es denn „Komik“ nennen möchte, besteht aus den üblichen Zoten auf Kellerniveau und Witzchen, die auf die statistische Wahrscheinlichkeit bauen, dass alle 20 Pointen schon irgendein Lacher dabei sein wird. Ansonsten rettet den Film nur Will Ferrells Fähigkeit, so viel Unsinn auf einmal aus seinem Mund zu entlassen, dass man einfach doch hin und wieder etwas schmunzeln muss. Wenn dies aber tatsächlich noch immer die Vorstellung mancher Amerikaner von politischem Humor ist, dann verdeutlicht das nur umso mehr, wie jung und geschichtsarm diese Nation eigentlich ist.

Szenenbild 3

Fazit:
Vielleicht muss man Amerikaner sein, um “Die Qual der Wahl” lustig zu finden. Oder man mag den niveaulosen Humor der anderen Will-Ferrell-Filme, dann kommt man vermutlich auch auf seine Kosten. Ist dies nicht der Fall, dann hat man auch überhaupt nichts verpasst und kann dieses öde Fließbandprodukt einfach auslassen. 4/10 Punkte gibt es noch dafür, hauptsächlich weil der Film zu langweilig ist, um sich länger über ihn zu echauffieren.

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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Die Erfindung der Wahrheit“, „Harmony“ und „Nur ein Tag“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →