The Place Beyond The Pines Teaserplakat

The Place Beyond the Pines (Sneak vom 10.06.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: The Place Beyond the Pines

Laufzeit: 146 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Dane DeHaan, Ray Liotta, Rose Byrne

Regie: Derek Cianfrance

Ab dem 13. Juni in den Lichtspielhäusern.

 

 

Ort der Handlung ist das malerische Schenectady im schönen Staate New York. „Schenectady“ ist übrigens irokesisch und bedeutet  „Ort jenseits der Pinien“. Eine indianische Wegbeschreibung also. Welch ein gewiefter Zug, um einen möglichst bedeutungsschwangeren Filmtitel zu erhalten.

Wie dem auch sei. Unser Film beginnt mit Luke Glanton (Ryan Gosling), genannt „Handsome Luke“, seines Zeichens bester Motorradstuntfahrer aller Zeiten. Und nach einem folgenreichen One-Night-Stand mit der mäßig attraktiven Romina (Eva Mendez), genannt „Ro“, auch noch unverhoffter Vater. Der sich um seinen Nachwuchs kümmern will, aber monetär nicht so richtig dafür gerüstet ist. Also nutzt er seine Motorradkünste für spektakuläre Banküberfälle. Was natürlich nicht ewig gut gehen kann.

Auftritt Avery Cross (Bradley Cooper). Der ist aufstrebender Polizist und konnte tatsächlich den Fall mit der Bankraubserie lösen. Hat nun aber ganz andere Probleme mit einem korrupten Cop von der Sitte (Ray Liotta).

Und schließlich springen wir noch 15 Jahre in die Zukunft und treffen auf Jason (Dane DeHaan), der sich auf die Suche nach der wahren Geschichte seines leiblichen Vaters begibt.  Und dabei einige noch offene Wunden findet.

Szenenbild 1

Ein „filmisches Triptychon“ wollte Regisseur Cianfrance nach eigener Aussage schon immer mal machen. Nun, zumindest das kann er sich nun von seiner To-Do-Liste streichen, denn „The Place Beyond the Pines“ ist definitiv eins. Leider ein sehr langweiliges. Ja, es sind drei Geschichten, die alle irgendwie mit der Thematik „Schuld und Unschuld“ zu tun haben und sie sind sogar über die Handlung mal mehr, mal weniger gut miteinander verwoben. Nichtsdestotrotz allerdings sind es schlicht und ergreifend drei nur mäßig interessante Geschichten (zweimal Krimi, einmal Coming-of-Age, wobei letztgenannte nochmal deutlich schwächer ist), die man so schon zu Hunderten gesehen hat.

Ja, sie sind ganz stimmungsvoll inszeniert, mit atmosphärischer Musik und einigen gelungenen Bildern. Abgesehen von den rar gesäten Actioneinlagen. Die sind so verwackelt gefilmt, dass man stattdessen auch einfach eine Schrifttafel à la „Luke entflieht der Polizei“ hätte zeigen können. Der Informationsgehalt wäre der gleiche, man wäre nur weniger enerviert davon.

Szenenbild 2

Überhaupt ist „The Place Beyond the Pines“ eine ziemliche Nervenprobe. Denn die drei Geschichten mögen theoretisch zwar rasch erzählt sein, sind aber gleichzeitig beseelt vom Wunsch des Regisseurs, in jeder Einstellung maximal bedeutungsschwanger zu wirken. Weshalb der Film letztlich nicht nur fast zweieinhalb Stunden Lebenszeit einfordert, sondern dies den Zuschauer nach Möglichkeit auch deutlich spüren lässt. Dafür erhält man im Gegenzug aber auch ewige Weisheiten wie „Wenn du wie der Blitz fährst, wird es dich mit ‘nem Donner zerreißen.“ Uff.

Wenigstens die Darsteller sind okay: Gosling guckt so tiefsinnig wie immer und wirkt dabei sogar etwas weniger verschlafen als noch in „Drive“, Cooper erfüllt seinen Charakter mit all dem Leben, das die öde Charakterzeichnung halt hergibt und Ray Liotta spielt seine übliche Rolle locker aus dem Handgelenk. Einzig Emory Cohen, der den nervig-verzogenen Sohn von Avery Cross geben muss, überzieht seine Rolle ein bisschen zu sehr. Doch ein Großteil davon ist vermutlich auf seinen miesen deutschen Synchronsprecher abzuwälzen.

Szenenbild 3

Fazit:
Hätte sich der Regisseur nicht unbedingt seinen Triptychon-Traum erfüllen müssen, wäre „The Place Beyond the Pines“ vielleicht sogar ein ganz erträgliches Filmchen geworden. Doch drei mittelmäßige Crime-Geschichten sind definitiv eine zu viel. 5/10 nervenstrapazierte Punkte.

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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „Nur ein Tag“, „Genocidal Organ“ und „A Cure for Wellness“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“.Zeige alle Artikel von Martin →