Paulette (Sneak vom 24.06.2013 im Cinestar)

Plakat

Originaltitel: Paulette

Laufzeit: 87 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Bernadette Lafont, Carmen Maura, Dominique Lavanant, Françoise Bertin, André Penvern, Ismaël Dramé, Jean-Baptiste Anoumon, Axelle Laffont

Regie: Jérôme Enrico

Seit dem 18. Juli in den Lichtspielhäusern.

 

 

Paulette (Bernadette Lafont), mag keine Menschen. Und Schwarze schon gar nicht. Und Ausländer sind eh‘ an allem Schuld. So ganz unverständlich ist der Gram der 80-Jährigen auch nicht, geht es ihr doch seit dem Tod ihres Ehemanns (ausgerechnet am 11. September, wo alle Nachrichtensender nur über das eine berichten) nicht wirklich gut. Und von ihrer spärlichen Rente kann sie sich auch kaum noch die Wohnung leisten. Wie günstig also, dass ihr eines Tages die Idee kommt, ins Haschisch-Geschäft einzusteigen. Denn wer würde schon eine alte Frau verdächtigen? Und mit etwas Unternehmergeist und ein wenig Kreativität (und notfalls auch ein paar alten Backrezepten) sollte sich in dem Gewerbe doch etwas erreichen lassen.

Szenenbild 1

Etwas eingestaubt ist die Sache mit der ewig-grantigen Alten ja schon. Und leider zaubern einem die Beleidigungen, die ihr auf die Zunge gelegt werden, nur viel zu selten ein Lächeln aufs Gesicht. Dabei macht Mme Lafont ihre Sache eigentlich sehr gut und verkörpert ihre Rolle ausreichend glaubwürdig. Vielleicht einfach etwas zu glaubwürdig, denn um diese Form der Verbitterung zu erleben, muss man nicht wirklich ins Kino gehen – da reicht ein Ausflug in einen beliebigen Vorort. Nur dass man dort vielleicht auf etwas mehr Tiefe treffen könnte als bei „Paulette“, denn hier muss ein rasch (wenn auch schön) angedeuteter Verlust des Ehemanns komplett ausreichen.

Dafür findet sich auf Seiten der Nebenrollen wenigsten eine hinreißend süße alte Dame, nämlich die von Françoise Bertin gespielte Alzheimer-Patientin Renée, die ihr Klischee zumindest ausreichend charmant durchziehen kann.

Szenenbild 2

Die Handlung selbst folgt den üblichen Schemata und verliert sich auch gerne mal etwas im Uninteressanten, übertreibt es dafür aber wenigstens nicht mit der Wandlung der Hauptfigur. Etwas schade ist, dass man an vielen Stellen den Eindruck gewinnt, Autor und Regisseur würden sich etwas zu sehr auf ihre Drogenoma-Grundpr