Beautiful Creatures Teaser Plakat

Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe

Plakat

Originaltitel: Beautiful Creatures

Laufzeit: 124 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Alden Ehrenreich, Alice Englert, Jeremy Irons, Emma Thompson, Viola Davis, Emmy Rossum

Regie: Richard LaGravenese

Seit dem 04. April in den Lichtspielhäusern.

 

 

Faszinierend ist sie ja schon, diese Neue in der Klasse namens Lena Duchannes (Alice Englert). Das muss Ethan Wate (Alden Ehrenreich) sich wohl oder übel eingestehen. Seien es die langen, dunklen Haare und die dazu passend blasse Haut, sei es ihre ruppig-abweisende Haltung jedem gegenüber, seien es die Gerüchte um ihre Familie, die in dem strenggläubigen Kaff tief im amerikanischen Süden, das Ethan eher ungewollt als sein Heim bezeichnet, natürlich furchtbar für Furore sorgen. Oder sei es auch einfach nur der Umstand, dass er schon seit einiger Zeit von ihr geträumt hat – ohne sie je vorher gesehen zu haben! Wie auch immer, unser Ethan muss einfach sein Glück bei Lena versuchen. Die ihm auch tatsächlich nicht abgeneigt ist. Blöd nur, dass sie eine Casterin ist. Caster sind, bevor du fragst, werter Leser, Menschen mit magischen Fähigkeiten. Die es hassen, als „Hexen“ betitelt zu werden. Aber das nur nebenbei. Ein weitaus größeres Problem, dass der jungen Liebe im Wege steht, ist Lenas baldiger sechzehnter Geburtstag: Da wird sie nämlich von entweder der hellen oder der dunklen Seite berufen und somit zu einer entweder guten oder bösen Casterin. Und weil sie so extrem auf Ethan reagiert, sorgt ihr Onkel und Vormund Macon Ravenwood (Jeremy Irons) dafür, dass sich unsere Liebenden nicht sehen dürfen. Wie herzzerreißend!

Und dann ist da noch Sarafine (Emma Thompson), eine dunkle Casterin, die Lena unbedingt auf ihre Seite gezogen sehen will. Und ein alter Fluch, der genau das unumgänglich zu machen scheint. Hach, Sorgen über Sorgen!

Szenenbild 1

Zugegeben, die Story von „Beautiful Creatures“ liest sich wieder einmal nur wie die tausendste Variation auf „Romeo und Julia“, abgeschmeckt mit ein paar düsteren Vorahnungen bezüglich Julia, diesmal halt mit Zauberei statt dem sonst so trendigen Vampirismus. Doch immerhin ist sie relativ frei von größeren Störungen (abgesehen von den echt nervig-platten Musterchristinnen in Ethans Klasse) und mit ausreichend Schwung erzählt, um einen für zwei Stunden bei Laune zu halten. Und der Film ist vollgepackt mit richtig gutem Schauspiel! Das beginnt bei den noch relativ unbedarften beiden Hauptdarstellern, die vor allem in der Interaktion miteinander überraschend gut funktionieren und eine durchweg glaubwürdige Chemie zwischen ihren Figuren vermitteln können. Doch der echte Spaß ergibt sich natürlich im Spiel solch alter Hasen wie Jeremy Irons oder der auch weiterhin immer wieder aufs Neue bezaubernden Emma Thompson – Allein schon die Szene, in der sich Thompsons Rolle zum ersten Mal als Sarafine zu erkennen gibt und in einem großartigen Monolog von Emotion zu Emotion springen darf, ist die zwei Stunden Lebenszeit der Gesamtfilmdauer locker wert gewesen.

Szenenbild 2

Optisch hingegen ist der Film äußerst zwiespältig. Einerseits sind die Sets großartig ausgestattet und vor allem das Anwesen der Ravenwoods ist sowohl in Hinsicht auf Interieur als auch Exterieur ein waschechter Traum, an dem man sich niemals sattsehen möchte. Andererseits sind die Special Effects leider etwas sehr dürftig geraten, was einem doch mehrfach ein wenig das Vergnügen trübt.

Außerdem ist das Finale leider viel zu unentschlossen inszeniert, sodass Lenas große Entscheidung (die nicht wirklich kreativ ausfällt, aber doch ziemlich cool sein könnte) eher nebensächlich an Einem vorbeiplätschert. Und der Film dann auch schon wieder vorbei ist. Natürlich mit Option auf einen zweiten Teil. Wobei die Buchvorlage hierzu auf den ersten Blick dann doch etwas zu konventionell daherkommt. Doch was soll’s. Erst einmal abwarten und Tee trinken.

Szenenbild 3

Fazit:
Gegen Ende kommt „Beautiful Creatures“ dann doch etwas Straucheln, doch bis dahin erwartet den Zuschauer eine gut gespielte und stellenweise  wundervoll ausgestattete Paranormal Romance, die sich locker mit dem „großen Vorbild“ der „Bis(s)“-Reihe messen kann. 7/10 Punkte.

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Über den Author:

MartinLiebt das Kino als natürlichen Lebensraum großartiger Filme, wobei „großartig“ für ihn all das ist, was das Hirn zermartert oder das Herz zerreißt – jeweils im Guten wie im Schlechten und gern auch beides auf einmal. Schwärmt derzeit am liebsten über „The Empire of Corpses“, „A Cure for Wellness“ und „Kundschafter des Friedens“ – außerdem immer wieder gern über „La Grande Bellezza“ und „Die Wolken von Sils Maria“. Hält jetzt solange die Luft an, bis er eine Wiederaufführung des 1995er "Ghost in the Shell" bekommt! Auf Leinwand!!!Zeige alle Artikel von Martin →

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