Der Hobbit Teaserplakat

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

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Originaltitel: The Hobbit – An unexpected Journey

Laufzeit: 169 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Cate Blanchett, Andy Serkis

Regie: Peter Jackson

Ab dem 13. Dezember in den Lichtspielhäusern.

 

Der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) führt ein ruhiges Leben im friedvollen Auenland, bis eines Tages der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) überraschend vor seiner Haustür steht. Bald folgen ihm 13 Zwerge, die unter der Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) das Zwergenreich Erebor, das vor langer Zeit vom Drachen Smaug unterworfen wurde, befreien wollen. Nach anfänglicher Skepsis schließt sich Bilbo der Gruppe an, um sich auf die im Titel verheißene unerwartete Reise zu begeben.

Szenenbild 1

Die Geschichte nimmt ihren Anfang am Tag vor Bilbo Beutlins einhundertelfzigsten Geburtstag, der auch den Beginn der „Herr der Ringe“-Trilogie darstellt, und einen so sofort ins altbekannte Mittelerde zurückholt.
Was nun folgt, ist eine Art „Einleitung“, die dem Zuschauer die Beweggründe des Abenteuers und die Gefährten um Thorin Eichenschild näherbringen soll. Diese Einführung ist sicherlich notwendig, um die Geschichte vorzubereiten, dennoch sorgt sie dafür, dass gefühlt die erste Stunde langsam und etwas schleppend vergeht. Geht Bilbos Reise aus dem Auenland hinaus in Richtung des einsamen Berges aber erstmal los, ist der schleppende Anfang schnell vergessen. Was man nun geboten bekommt, sind Kampfszenen, wie man sie im „Herrn der Ringe“ gesehen (und in meinem Fall geliebt) hat und wundervolle Landschaftsaufnahmen, an denen man sich kaum sattsehen kann.

Man muss Jackson zugute halten, dass er sich bei der Grundstory versucht, am Buch zu orientieren und dies auch umzusetzen weiß. Leider weicht er an einigen Stellen für meinen Geschmack doch zu deutlich von der Buchvorlage ab (z.B. bei der Ankunft der Zwerge und dem darauf folgenden gemeinsamen Abend). Die Kampfszenen sind besser ausgebaut und auch brutaler als im Buch beschrieben, und hier und da werden sogar Szenen eingefügt, die im “Hobbit” nicht auftauchen, wie etwa das Zusammentreffen mit Radagast dem Braunen oder Galadriel, die den Film in den meisten Fällen zwar nicht voranbringen, aber nichtsdestotrotz unterhaltsam sind.

Szenenbild 2

Hervorzuheben ist, wie schon bei den „Herr der Ringe“-Filmen, der Soundtrack von Howard Shore. Shore hat eine nahezu perfekte Verbindung zwischen Neuem und Altem geschaffen, indem er alte Themen aus dem HdR-Soundtrack aufgegriffen und mit neuen Themen, die einem wie etwa das Zwergen-Thema sofort eingehen, verbunden hat.

Ein weiteres Highlight ist Martin Freemans Darstellung des Bilbo Beutlin. Bilbos Wandel vom friedliebenden Hobbit, der das Auenland nicht verlassen will, hin zu einem abenteuerlustigen Hobbit, der zwar von Heimweh geplagt ist, sich aber mutig Wargen entgegenstellt, hätte kaum besser dargestellt werden können.
Auch Richard Armitages Darstellung des verbitterten, Elben gegenüber nicht gerade wohlgestimmten Thorin Eichenschild vermag zu überzeugen und bleibt einem im Gedächtnis. Die anderen Zwerge jedoch bilden eine einheitliche Masse, von denen niemand negativ auffällt, aber auch eben nicht hervorsticht.
Was die erneute Darstellung des Gollum durch Andy Serkis angeht, braucht nicht viel gesagt zu werden. Jeder, der „Herr der Ringe“ gesehen hat, weiß, dass Andy Serkis Gollum mit Leib und Seele darstellt und sich vollkommen in seiner Rolle verliert.

Szenenbild 3

Ich hatte mir vor Besuch der Vorstellung vorgenommen, nur ein paar kleine Sätze zur neuen High Frame Rate- Technik (also den neuen 48 Bildern pro Sekunde statt, wie üblich, nur 24) und dem 3D zu verlieren, was mir nun aber sehr schwer fallen wird. Anfangs erscheinen einem die Bewegungen der Darsteller, vor allem in an sich ruhigen Szenen, ZU schnell, ZU flüssig, aber nach einer kleinen (oder auch etwas längeren) Eingewöhnungszeit (ich persönlich brauchte etwa eine halbe Stunde) gewinnt man dem Ganzen allmählich etwas Positives ab. Die Bilder waren durch die verdoppelte Bildanzahl pro Sekunde gestochen scharf und klar, was dem 3D Effekt sehr zugute gekommen ist. Ich persönlich bin kein Fan von 3D, empfinde es in den meisten Fällen als überflüssig oder gar störend, aber was Peter Jackson hier gemacht hat, hat mich staunen lassen! Angefangen bei den Landschaftsaufnahmen über Fahrten durch die Schächte der Orkhöhlen bis hin zum Kampf gegen die Warge: Man fühlte sich in das Geschehen hineinversetzt wie nie zuvor. Lediglich die CGI-Effekte stachen durch die HFR-Technik teilweise sehr störend hervor, da sie zu sehr nach Computereffekten ausgesehen haben und so Computerspielcharakter hatten.

Wer sich nicht auf das Experiment HFR einlassen möchte, den erwartet auch bei einer Vorstellung in normalem 3D ein lohnender 3D- Effekt. Ob sich die HFR- Technik in der Zukunft durchzusetzen vermag, bleibt abzuwarten. Ich persönlich denke nicht, dass ums HFR so einen Hype, wie es damals bei der Einführung von 3D der Fall war, geben wird.

Szenenbild 4

Fazit:
F ür einen Tolkien- oder „Herr der Ringe“-Fan ist es sowieso nahezu unmöglich, an diesem Film vorbeizukommen. Aber auch alle anderen werden bestens unterhalten und zumindest bei mir wächst auch die Vorfreude auf die nächsten 2 Jahre/Teile. 8/10 Punkten.

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