Das deutsche Kinoposter zu 'The Revenant - Der Rückkehrer'. (Copyright: 20th Century Fox, 2015)

The Revenant – Der Rückkehrer

Plakat

Originaltitel: The Revenant

Laufzeit:  156 Minuten

FSK: 16

Besetzung: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Will Poulter

Regie: Alejandro González Iñárritu

Verleih Deutschland: 20th Century Fox

Ab dem 07. Januar 2016 im Kino

 

Eine Gruppe Siedler ist im Nordamerika des 19. Jahrhunderts auf Bärenjagd. Nach einer erfolgreichen Jagd werden sie von Indianern überfallen. Unter großen Verlusten können sie mit einem Boot flüchten. Zusammen kämpfen sie sich durch den dichten Wald, als ein Bär Hugh Glass anfällt. Seine Gefährten versuchen den Schwerverletzten zu retten, doch müssen ihn zurücklassen. Glass hat aber nicht vor zu sterben … und wenn er stirbt, nimmt er den Verräter mit.

Letztes Jahr räumte Regisseur Alejandro González Iñárritu mit „Birdman“ 4 Oscars ab. Darunter Bester Film, Beste Kamera und Bestes Drehbuch. Der Film musste aber auch viel Kritik einstecken. Er mag zwar eine Reihe Preise gewonnen haben, doch trat „Birdman“ teilweise sehr arrogant auf und schlug dem Zuschauer das „Ich-bin-Kunst“-Schild so lang ins Gesicht, bis sich dieser fügte. Dieses Jahr tritt Iñárritu mit „The Revenant“ an und wird zumindest einen Teil der Preise (verdient) wieder gewinnen.

Szenenbild 1

Die Kamera des Films ist bahnbrechend. Sie kommt mit sehr wenigen Schnitten aus. Im ersten Abschnitt werden die Jäger von Indianern überfallen. Der Kampf ist in sehr langen Cuts gedreht, in denen die Kamera sich durch das Kampfgeschehen bewegt. Immer ganz nah am Geschehen. Der Zuschauer wird in das Geschehen gezogen und leidet mit jedem Schnitt, jedem Schlag und jedem Tod mit. An dieser Stelle sei angemerkt, dass „The Revenant“ sehr brutal ist. Es werden Gliedmaßen abgetrennt, Skalps geschnitten, Körper aufgeschlitzt, Köpfe eingeschlagen. Das passiert in keiner übertriebenen FSK 18, aber sehr realistischen FSK 16 Darstellung. Die kompromisslose Darstellung von Willensstärke, Gewalt und Schmerz, verbunden mit der großartigen Kamera, bilden ein bemerkenswert intensives Kinoerlebnis.

Auch die Darsteller sind durchgehend grandios. Tom Hardy, als John Fitzgerald, und Leonardo DiCaprio, als Hugh Glass, spielen ihre Rollen wie einen Wettbewerb um den Oscar. Den beiden nimmt man die gegenseitige Abneigung und späteren blanken Hass ohne Weiteres ab. Vor allem DiCaprios Leistung soll hier noch mal hervor gehoben werden. Einen großen Teil des Films ist er allein unterwegs. Der Kampf mit den Bären und später um sein Überleben in harten Winter, gehört zu den bemerkenswertesten Leistungen des Kinojahres. Die deutsche Version ist sehr gut synchronisiert. Die englische Fassung ist hier aber vorzuziehen.

Szenenbild 2

So spannend wie es ist Hugh Glass beim Wandern durch den Schnee zu beobachten, so langweilig wird es aber auch. Ohne die Leistung seiner Schauspieler ist der Film nichts. Die 2 Stunden und 36 Minuten Laufzeit ziehen sich teilweise so sehr, dass sich der Zuschauer auf die ersten 30 Minuten zurücksehnt. In letzter Zeit kratzen große Filme immer wieder die Grenze von 150 Minuten. Es ist erfreulich, das die Studios wieder öfters solchen Überlängen zustimmen. Doch dann soll es bitte auch etwas zu erzählen geben. Nur Schauwerte und Cast reichen nicht aus.

Fazit:

Mit „The Revenant“ legt Alejandro González Iñárritu wieder einen bemerkenswerten Film vor. Er ist ein intensives Erlebnis mit bemerkenswerter Kamera. Der Cast spielt hervorragend. Leider kann das alles nicht die auf 156 Minuten ausgewalzte, ereignislose Story Hinwegtäuschen.

Film: 6/10

Links: http://www.fox.de/the-revenant

 

 

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Isabel L. Nagel, Nadine Mhlbrg gefällt dieser Artikel

Über den Author:

JensLiebt Filme und sammelt Trailer. Wenn er keine Filme schaut, schreibt er Kritiken oder treibt den technischen Fortschritt voran.Zeige alle Artikel von Jens →

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